19 March 2026, 16:14

Psychotherapeut:innen in NRW protestieren gegen drohende Honorarkürzungen ab 2026

Schwarze und weiße Zeitung mit der Überschrift "Berliner Wespen, 6. August 1875" mit einer Skizze von beunruhigten Menschen, einige schauen ängstlich nach oben, andere verwirrt nach unten.

Psychotherapeut:innen in NRW protestieren gegen drohende Honorarkürzungen ab 2026

Psychotherapeut:innen in Nordrhein-Westfalen (NRW) bereiten sich auf Proteste gegen geplante Honorarkürzungen vor. Ab dem 1. April 2026 wollen die Krankenkassen die Erstattungssätze für psychotherapeutische Leistungen um 4,5 Prozent senken. Die Maßnahme löst Befürchtungen aus, dass sich der Zugang zu psychotherapeutischer Versorgung in der Region weiter verschlechtern wird.

Die Demonstrationen finden am Donnerstag in mehreren NRW-Städten statt, darunter Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen und Bielefeld. Die Therapeut:innen argumentieren, dass die Gebührenkürzung die bestehenden Probleme im System verschärfen wird – insbesondere für Patient:innen, die auf die gesetzliche Krankenversicherung angewiesen sind.

Aktuell müssen gesetzlich Versicherte bereits im Schnitt fünf Monate auf einen Ersttermin warten. Der Mangel an Kassensitzen – Zulassungen für die Behandlung von Kassenpatient:innen – ist dramatisch: Bundesweit fehlen schätzungsweise 7.000 dieser Stellen. Besonders betroffen sind ländliche Regionen, wo veraltete Planungsvorgaben und regionale Engpässe die Versorgung zusätzlich belasten.

Ein Kassensitz kann bis zu 50.000 Euro kosten und bedeutet eine weitere finanzielle Belastung für Therapeut:innen, die ohnehin schon zu den am schlechtesten bezahlten Fachkräften im deutschen Gesundheitswesen zählen. Die Einkommenskluft wird zudem immer größer: Während eine Sitzung für Privatpatient:innen mit 167,58 Euro abgerechnet wird, bringen gesetzlich Versicherte nur 119,89 Euro ein. Nach der Kürzung wird dieser Unterschied noch größer.

Die geplante Senkung der Erstattungssätze um 4,5 Prozent droht, den Zugang zu Therapien für gesetzlich Versicherte weiter einzuschränken. Angesichts der bereits langen Wartezeiten und des Mangels an Zulassungen könnten die Änderungen noch mehr Therapeut:innen dazu bewegen, das System der gesetzlichen Krankenversicherung zu verlassen – mit der Folge, dass Patient:innen noch weniger Behandlungsmöglichkeiten bleiben.

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