Prozess um Treppensturz am Duisburger U-Bahnhof: Wurde der Betrunkene absichtlich gestoßen?
Mirjana SchachtProzess um Treppensturz am Duisburger U-Bahnhof: Wurde der Betrunkene absichtlich gestoßen?
Ein 25-jähriger Mann aus Duisburg steht derzeit vor Gericht, weil er angeblich einen schwer betrunkenen 29-Jährigen im Februar 2021 am U-Bahnhof Harry-Epstein-Platz eine Treppe hinuntergestoßen haben soll. Der Vorfall hinterließ bei dem Opfer lebensbedrohliche Verletzungen; es fiel ins Koma. Dem Angeklagten wird versuchter Totschlag vorgeworfen.
Der Streit eskalierte, als das sichtbar alkoholisierte Opfer sich in der Nähe der Stationstreppe aufhielt. Laut Anklage stieß der Angeklagte ihn hinab, woraufhin der Mann mehrere Meter in die Tiefe stürzte. Das Opfer erlitt schwere Traumata und musste nach einem Nottransport per Hubschrauber ins Krankenhaus sofort operiert werden.
Von der Auseinandersetzung existiert Videoaufnahmen, doch die genauen Beweggründe für die Tat bleiben unklar. Der Verletzte bestätigte später, gestoßen worden zu sein – eine Aussage, die die Anklage stützt. Das Verfahren nähert sich nun seinem Ende; mit einem Urteil wird Mitte März gerechnet.
Bei einer Verurteilung droht dem Angeklagten eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren.
Die Richter müssen nun entscheiden, ob er sich des versuchten Totschlags schuldig gemacht hat. Der Gesundheitszustand des Opfers bleibt nach dem Sturz mit kritischen Folgen ungewiss. Die Urteilsverkündung steht in den kommenden Wochen bevor.
