31 March 2026, 12:17

Proteste in Lennestadt: Eltern und Erzieher wehren sich gegen KiBiz-Reformen in NRW

Plakat mit der Aufschrift "Die Anti-Kinderarbeit-Bewegung in Missouri" zeigt eine Gruppe von Menschen in traditioneller Kleidung, einige stehen, andere sitzen, mit Gesichtern voller Furcht und Verzweiflung.

Proteste in Lennestadt: Eltern und Erzieher wehren sich gegen KiBiz-Reformen in NRW

Eltern, Erzieher und Kinder in Lennestadt protestieren gegen geplante Änderungen am Kinderbildungsgesetz NRW (KiBiz)

Rund 50 Eltern, Pädagogen und Kinder haben in Lennestadt gegen die geplanten Reformen des nordrhein-westfälischen Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) demonstriert. Vor dem St.-Josef-Kindergarten in Saalhausen versammelten sie sich unter dem Motto "Wir sind sprachlos" und kritisierten steigende Kosten sowie Personalmangel. Organisiert wurde die Kundgebung vom Trägerverbund WIR-KITAs, der die Reformen als unzureichend bei der Lösung zentraler Probleme in der Kinderbetreuung bezeichnet.

Im Fokus der Proteste steht der Entwurf für ein neues "Kern- und Randzeiten"-Modell. Demnach sollen Erzieherinnen und Erzieher künftig nur noch fünf Stunden täglich vor Ort arbeiten. Kathrin Lawicki, Elternvertreterin, warnte, dass dies die Betreuungsqualität verschlechtern könnte. Vanessa Frankenthal, Leiterin des St.-Josef-Kindergartens, ergänzte, dass die aktuelle Situation die Fachkräfte bereits jetzt überlastet und eine angemessene Betreuung der Kinder kaum noch ermöglicht.

Die Reformen, die bei Annahme ab nächsten Jahr gelten sollen, sehen zwar zusätzliche Landesmittel in Höhe von 200 Millionen Euro für Kitas vor. Doch die Demonstranten halten dies für unzureichend, um die drängendsten Herausforderungen zu bewältigen: explodierende Energiekosten und einen eklatanten Personalmangel. Die im Januar eingeführte KiBiz-Novelle steht seit Langem in der Kritik, weil sie diese strukturellen Probleme nicht löst.

Der Protest in Lennestadt spiegelt eine breite Unzufriedenheit unter Trägern wider. Viele fürchten, dass sich durch die Änderungen die Arbeitsbedingungen weiter verschärfen, ohne dass die Betreuungsqualität steigt. Ähnliche Forderungen wurden bereits von anderen Kita-Trägern in der Region erhoben, wobei unklar bleibt, wie viele Einrichtungen sich bisher beteiligt haben.

Ziel der Landesregierung ist es, mit den Reformen die Abläufe in Kitas neu zu strukturieren. Doch der Widerstand wächst. Solange Erzieher und Eltern auf ungedeckte Bedarfe hinweisen, wird die Debatte über Finanzierung, Personalausstattung und Betreuungsqualität anhalten. Ob der Gesetzesentwurf vor der geplanten Umsetzung 2025 noch einmal überarbeitet wird, könnte auch von der Resonanz auf solche Proteste abhängen.

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