02 April 2026, 08:13

"Pizza-Connection" kehrt zurück – mit neuen Gesichtern und altem Charme

Eine Gruppe von Menschen, die an Tischen im Freien eines Restaurants in Rom sitzen, mit Flaschen, Gläsern und Dekoration sowie beleuchteten Wänden mit Text und Regalen im Inneren.

"Pizza-Connection" kehrt zurück – mit neuen Gesichtern und altem Charme

Die inoffizielle politische Runde "Pizza-Connection" trifft sich wieder in der neuen Legislaturperiode

Die informelle politische Gruppe, bekannt als "Pizza-Connection", hat ihre Treffen in der neuen Wahlperiode wiederaufgenommen. Die grüne Abgeordnete Claudia Müller koordiniert nun die Zusammenkünfte, an denen Politiker verschiedener Parteien teilnehmen. Unterdessen hat das Bonner Restaurant, in dem die Gruppe ursprünglich tagte, nach einer fünfmonatigen Renovierung wieder eröffnet.

Die Gespräche, einst ein Mix aus Konservativen und Grünen, haben sich in Ton und Teilnehmerkreis gewandelt. Jüngere AfD-Politiker spielen mittlerweile eine prominentere Rolle neben Mitgliedern von CDU und CSU.

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Die "Pizza-Connection" entstand ursprünglich als Plattform für konservative und grüne Politiker, um gemeinsame Schnittmengen auszuloten. Benannt nach dem damaligen CSU-Generalsekretär Bernd Protzner – einem Skeptiker solcher Kooperationen – brachte die Runde nie eine schwarz-grüne Koalition auf Bundesebene zustande. Zu den frühen Teilnehmern zählten Persönlichkeiten wie Armin Laschet und Cem Özdemir, während spätere Treffen gelegentlich von Jens Spahn und Omid Nouripour geleitet wurden.

Mit der Zeit änderte sich die Zusammensetzung. Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung im März 2025 zeigten eine Verschiebung hin zu jüngeren AfD-Mitgliedern wie Bernd Baumann, Petr Bystron und Martin Sichert sowie CDU/CSU-Politikern wie Günter Krings und Marco Wanderwitz. Parteispitzen nehmen nur selten teil, erhalten aber mitunter Einladungen zu bestimmten Sitzungen.

Vertraulichkeit bleibt eine zentrale Regel, und die Speisekarte – oft mit Pastagerichten – variiert von Treffen zu Treffen. Ein grüner Politiker, der an den Runden teilnahm, bezeichnete die Zusammenkünfte als "leere Schwatzbuden", die keine echten Gräben überbrücken könnten. Dennoch trifft sich die Gruppe weiterhin regelmäßig.

Das ursprüngliche "Pizza-Connection"-Restaurant in Bonn hatte nach dem Rückzug der langjährigen Besitzer geschlossen. Ein Nachkomme der Gründerfamilie übernahm den Betrieb, führte die Renovierungsarbeiten durch und eröffnete das Lokal rechtzeitig zum Beginn der neuen Legislaturperiode.

Die "Pizza-Connection" dient nach wie vor als Forum für parteiübergreifenden Austausch, auch wenn ihr Einfluss begrenzt bleibt. Die Treffen finden weiterhin statt, während sich die Zusammensetzung der Teilnehmer wandelt. Mit der Wiedereröffnung des Restaurants lebt die Tradition politischer Diskussionen bei gemeinsamem Essen in Bonn fort.

Quelle