17 March 2026, 02:10

Pharmakonzern profitiert von Kerendia-Erfolgen trotz Milliardenverlust und Rechtsrisiken

Ein altes Buch mit einer Zeichnung eines Thermometers, das mit 'Bayer Thermometer Patent No. 263,649' beschriftet ist.

Pharmakonzern profitiert von Kerendia-Erfolgen trotz Milliardenverlust und Rechtsrisiken

Ein großer Pharmakonzern verzeichnet wieder steigendes Investorenvertrauen – ausgelöst durch positive klinische Ergebnisse und eine bevorstehende Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA. Die Aktie legte nach überzeugenden Phase-III-Daten für das Medikament Kerendia um 4,71 % auf 40,25 Euro zu. Dennoch bleibt das Unternehmen unter finanziellen Druck, belastet durch Prozesskosten und einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro im Jahr 2025.

Das Präparat Kerendia (Wirkstoff: Finerenon) zeigte in jüngsten Studien vielversprechende Ergebnisse. Seit seiner Zulassung 2021 zur Behandlung von chronischen Nierenerkrankungen bei Patienten mit Typ-2-Diabetes erfüllte es nun in einer Phase-III-Studie auch den primären Endpunkt bei nicht-diabetischen Nierenerkrankungen. Das Unternehmen plant, einen Antrag auf erweiterte Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA einzureichen – ein Schritt, der den Markt deutlich ausweiten könnte.

Trotz der positiven Signale bleibt die finanzielle Lage angespannt: Neben dem Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro im Jahr 2025 belasten 30 Milliarden Euro Nettoverschuldung die Bilanz – vor allem aufgrund hoher Rechtskosten. Investoren richten ihren Blick auf zwei entscheidende Entwicklungen: die Prüfung der Roundup-Warnhinweise durch den Supreme Court, deren mündliche Verhandlung am 1. April 2026 stattfindet und deren Urteil Mitte Juni erwartet wird. Ein günstiges Votum könnte die finanzielle Belastung mindern und den Start von zehn geplanten Blockbuster-Medikamenten in den kommenden zehn Jahren unterstützen.

Auf der Hauptversammlung am 1. April 2026 steht zudem eine Abstimmung über eine vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro pro Aktie an. Gleichzeitig sorgen anhaltende Rechtsstreitigkeiten um die Glyphosat-Haftung für Unsicherheit – doch ein positives Urteil des Supreme Courts könnte hier Entlastung bringen.

Der aktuelle Kursanstieg spiegelt die Zuversicht wider, die sowohl mit den Fortschritten bei Kerendia als auch mit möglichen juristischen Erfolgen verbunden ist. Sollte der Supreme Court zugunsten des Unternehmens entscheiden, könnte sich die finanzielle Last durch die Prozesse verringern und den Weg für künftige Medikamenteneinführungen ebnen. Die nächsten Monate werden entscheidend sein, während rechtliche und regulatorische Weichenstellungen anstehen.

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