22 December 2025, 18:42

PEM-Studie analysiert die Kritikalität von E-Motor-Materialien

Eine metallene Elektromaschine an einer Wand montiert.

PEM-Studie analysiert die Kritikalität von E-Motor-Materialien

PEM-Studie analysiert Kritikalität von Materialien für E-Motoren

Teaser: Eine Studie der RWTH Aachen untersucht die wichtigsten Rohstoffe für die Produktion von Elektromotoren – mit Fokus auf deren individuelle Versorgungsrisiken.

22. Dezember 2025, 10:11 Uhr

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Schlagwörter: Klimawandel, Industrie, Finanzen, Öffentlicher Nahverkehr

Artikel: Eine neue Studie der RWTH Aachen beleuchtet die Herausforderungen, vor denen Europa bei der Sicherung von Rohstoffen für die Elektromotorenproduktion steht. Die am 15. Oktober 2024 veröffentlichte Untersuchung analysiert die Risiken bei Seltenen Erden, Kupfer und anderen Schlüsselmaterialien. Die Ergebnisse unterstreichen die starke Abhängigkeit des Kontinents von ausländischen Lieferketten – insbesondere aus Asien.

Die von der PEM-Forschungsgruppe der Universität durchgeführte Studie bewertet sechs kritische Materialien: Seltene Erden, Kupfer, Elektroblech, Aluminium, Halbleitermaterialien und Isolierstoffe. Besonders problematisch sind dabei die Seltenen Erden, da Europa hier fast vollständig von China abhängig ist. Die technische Komplexität und die hohen Kosten einer heimischen Förderung machen die EU anfällig für Lieferengpässe.

Die Kupferreserven sind zwar derzeit noch ausreichend, doch die Studie warnt, dass Europa das Recycling dringend verbessern muss. Die hohe Nachfrage aus anderen Branchen erfordert eine effizientere Wiederverwendung, um Knappheiten zu vermeiden. Bei Halbleitern hinkt die europäische Produktion hingegen weit hinter der globalen Konkurrenz her – mit einem Marktanteil von nur 10 Prozent liegt der Kontinent etwa ein Jahrzehnt hinter den führenden Regionen zurück.

Entwickler in Deutschland und Europa reagieren darauf mit Maßnahmen zur Materialeinsparung und der Suche nach Ersatzstoffen. Doch Kostendruck und strenge Vorschriften schränken die Alternativen oft ein, sodass Effizienzsteigerungen die pragmatischere Lösung darstellen. Der Bericht betont zudem, dass eine Umstrukturierung der Lieferketten zur Verringerung der China-Abhängigkeit zwischen 10 und 15 Jahre dauern könnte. Die starke Abhängigkeit von asiatischen Zulieferern birgt erhebliche Risiken für Europas Elektrifizierungsziele. Ohne grundlegende Veränderungen könnten sich der Umstieg auf E-Mobilität verzögern oder deutlich teurer werden.

Die RWTH-Studie zeigt klare Risiken in der Materialversorgung für Elektromotoren auf. Seltene Erden und Halbleiter bleiben die größten Schwachstellen – langfristige Lösungen erfordern Investitionen und Zeit. Kurzfristig bieten sich vor allem Materialeinsparungen und ein verbessertes Recycling an, um die Abhängigkeit von ausländischen Quellen zu verringern.