Parkplatzstreit in Solingen: Bezirksbürgermeister warnt vor 150 verlorenen Stellplätzen
Gerlinde HeinrichParkplatzstreit in Solingen: Bezirksbürgermeister warnt vor 150 verlorenen Stellplätzen
Die Pläne zur Neugestaltung des Ohligser Cityrings in Solingen-Ohligs haben eine Kontroverse über mögliche Parkplatzverluste ausgelöst. Bezirksbürgermeister Tim-Oliver Westkämper übt scharfe Kritik an den Vorschlägen und warnt, dass dadurch bis zu 150 Stellplätze wegfallen könnten. Er argumentiert, die Änderungen würden lokale Unternehmen und Anwohner schaden, falls sie ohne ausreichende Bürgerbeteiligung umgesetzt würden.
Die Umstrukturierung des Ohligser Stadtzentrums sollte eigentlich auf der Tagesordnung der Bezirksvertretungssitzung der OAM stehen, doch der Punkt wurde verschoben. Die CDU-Fraktion hat den aktuellen Verkehrsplan bereits als "inakzeptabel" bezeichnet und Nachbesserungen gefordert. Westkämper, der Bezirksbürgermeister, schloss sich dieser Kritik an und nannte die Vorschläge in ihrer jetzigen Form einen "Angriff auf die berechtigten Interessen von Gewerbetreibenden und Anwohnern".
Westkämper betonte, dass allein die Neugestaltung des Cityrings etwa 70 Parkplätze kosten könnte. Sollte zusätzlich die geplante Fahrradroute realisiert werden, könnten weitere 100 Stellplätze entfallen. Er warnte, dass ein Abbau von Parkflächen ohne adäquate Alternativen die wirtschaftlichen Probleme des Ohligser Einzelhandels verschärfen würde.
Die Stadtverwaltung schlägt als Ausgleich für die verlorenen Parkplätze den Bau eines Parkhauses mit 200 Stellplätzen in der Nähe des Bahnhofs vor. Die CDU plädiert hingegen für Tiefgaragen, während die Grünen den Ausbau von Park-and-Ride-Anlagen am Rand des Rings fordern. Westkämper jedoch besteht darauf, dass Qualität vor Tempo gehen müsse, und mahnt zu konsensorientierten Lösungen statt überstürzter Entscheidungen.
Er zeigt sich weiterhin dialogbereit und strebt einen "vernünftigen Kompromiss" an, der alle Verkehrsteilnehmer berücksichtigt. Seine Position ist klar: Der bloße Abbau von Parkplätzen sei noch keine gute Politik – vielmehr brauche es eine stärkere Einbindung der Betroffenen.
Die Debatte um die Neugestaltung des Ohligser Cityrings dauert an, eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Die Stadt steht nun vor der Herausforderung, Verkehrsverbesserungen mit dem Schutz lokaler Unternehmen und der Parkplatzverfügbarkeit in Einklang zu bringen. Weitere Gespräche und überarbeitete Vorschläge werden erwartet, bevor endgültige Beschlüsse gefasst werden.