Ohligser City-Ring: Warum Senioren jetzt gegen Verkehrspläne protestieren
Gotthold UllmannOhligser City-Ring: Warum Senioren jetzt gegen Verkehrspläne protestieren
Die Debatte um den Ohligser City-Ring in Solingen nimmt eine neue Wendung, nachdem die Grünen Senioren massive Bedenken äußern. Ursprünglich 2020 als Entlastungsring für den Stadtverkehr vorgeschlagen, stößt das Projekt seit Jahren auf Widerstand und Verzögerungen. Nun rückt in den Fokus, wie geplante Änderungen ältere Bürger treffen könnten, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind.
Der Ohligser City-Ring sollte eigentlich 2020 den Verkehr im Solinger Stadtzentrum entlasten. Lokale Initiativen wie die Ohligser Jongens, die ISG und die OWG lehnten das Vorhaben jedoch von Anfang an ab – mit Verweis auf Umweltbelastungen und die Zersiedlung des Viertels. Bis 2025 hatten Proteste und Bürgerbeteiligungen seit 2022 das Projekt ausgebremst, während Alternativvorschläge wie ein ausgebauter ÖPNV, Fußgängerzonen und Radwege an Zuspruch gewannen.
Der jüngste Kompromiss im Solinger Verkehrsplan sieht vor, den Busverkehr auf der Lennestraße zu reduzieren, die Anbindung an das Ohligser Zentrum aber aufrechtzuerhalten. Dafür müsste jedoch die Haltestelle "Ohligs Markt" entfallen. Die Grünen Senioren warnen, dass ältere Mitbürger – besonders solche mit eingeschränkter Mobilität oder Einkaufstaschen – dadurch deutlich weitere Wege zu Ausweichhaltestellen zurücklegen müssten.
Die Gruppe weist Kritik anderer lokaler Vereine zurück und betont, dass die City-Ring-Debatte Mobilität als soziales Thema behandeln müsse. Der öffentliche Nahverkehr sei für Senioren unverzichtbar, und der aktuelle Kompromiss biete eine faire Lösung. Ablehnend stehen sie daher den Forderungen der Ohligser Jongens, der ISG und der OWG gegenüber, die den City-Ring komplett streichen und die Lennestraße vollständig für Busse sperren wollen.
Für die Grünen Senioren ist der ausgehandelte Verkehrsplan der beste Weg, um älteren Bürgern den Zugang zu wichtigen Einrichtungen zu sichern. Ohne Anpassungen drohten ihnen durch längere Fußwege erhebliche Nachteile, warnen sie. Die Gruppe setzt sich weiterhin für Lösungen ein, die die Bedürfnisse aller Altersgruppen im Stadtteil berücksichtigen.






