NRWs Wälder erholen sich langsam – doch die Krise bleibt ungleich verteilt
Heinz-Josef ZirmeNRWs Wälder erholen sich langsam – doch die Krise bleibt ungleich verteilt
Wälder in Nordrhein-Westfalen zeigen erste Anzeichen der Erholung
Nach Angaben von Agrarministerin Silke Gorißen erholen sich die Wälder in Nordrhein-Westfalen langsam. Trotz anhaltender Herausforderungen deuten aktuelle Daten auf Fortschritte bei der Baumgesundheit und prozentrechner für Aufforstungsmaßnahmen hin. Die Ministerin forderte zudem mehr Respekt der Bevölkerung für Waldgebiete, während die Restaurierungsarbeiten weitergehen.
Ein neuer Bericht verzeichnet eine bescheidene, aber ermutigende Entwicklung in den Wäldern der Region. Rund 29 Prozent der Bäume verfügen mittlerweile über eine voll ausgeprägte, gesunde Krone – ein Anstieg um 2 Prozent seit 2024. Besonders widerstandsfähig zeigen sich Buchen: 24 Prozent weisen keine Schäden auf, bei 40 Prozent sind nur leichte Beeinträchtigungen feststellbar. Eichen hingegen kämpfen weiterhin mit Problemen – lediglich 7 Prozent besitzen intakte Kronen.
Die Aufforstungsstrategie des Landes trägt zunehmend zur Klimaresilienz bei. Seit 2024 ist der Anteil junger, klimatoleranter Bäume von 12 auf 27 Prozent der neu bepflanzten Flächen gestiegen. Dieser Fortschritt geht auf das NRW-Waldklimaanpassungsprogramm zurück, das 2024 gestartet wurde und bis Anfang 2026 über zwei Millionen neue Bäume pflanzte. Mischbestände aus Eichen, Buchen und trockenheitsresistenten Arten ersetzen dabei anfällige Monokulturen. Zusätzlich wurden 50 Millionen Euro an Fördermitteln für private Waldbesitzer bereitgestellt sowie Bodenbehandlungen wie Mykorrhiza-Impfungen auf 500 Hektar durchgeführt.
Trotz dieser Erfolge stehen einige Regionen unter starkem Stress. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) stuft Südwestfalen als eine der am stärksten betroffenen Waldregionen Deutschlands ein. Gleichzeitig gibt es politische Spannungen: Die SPD kritisiert die schwarz-grüne Koalition für die Kürzung von Fördergeldern für Forstwirtschaft und Holzindustrie um 4,3 Millionen Euro im Jahr 2026.
Die aktuellen Zahlen deuten darauf hin, dass die Aufforstungsbemühungen in Nordrhein-Westfalen langsam Wirkung zeigen – wenn auch ungleichmäßig. Mit mehr klimaresistenten Bäumen und einer allmählichen Verbesserung der Kronengesundheit betonen Verantwortliche die Notwendigkeit weiterer Investitionen und öffentlicher Zusammenarbeit. Der Appell der Ministerin, die Wälder zu schützen, kommt zu einer Zeit, in der Finanzdebatten und regionale Unterschiede weiterhin bestehen.
