24 January 2026, 00:25

NRW setzt auf grünen Wasserstoff für Europas erste klimaneutrale Industrieregion

Ein blauer Kreis mit einem weißen Wasserstoff-Symbol in der Mitte, umgeben von einem weißen Rand, mit der darunter geschriebenen, fetten, schwarzen Schrift "Basque Hydrogen Corridor".

NRW setzt auf grünen Wasserstoff für Europas erste klimaneutrale Industrieregion

Nordrhein-Westfalen will Europas erste klimaneutrale Industrieregion werden. Der Weg dorthin führt für das Bundesland über grünen Wasserstoff – den Schlüssel zur Transformation traditioneller Branchen wie Chemie, Stahl und Ziegelproduktion. Mehrere Leuchtturmprojekte beweisen bereits, dass Industrieunternehmen Emissionen senken und gleichzeitig wettbewerbsfähig bleiben können.

Ein Beispiel ist das Ziegelwerk Janinhoff in Münster: Durch den Umstieg auf grünen Wasserstoff zeigt das Unternehmen, dass selbst energieintensive Produktion nachhaltig gestaltet werden kann. Ähnliche Vorhaben wie Trailblazer in Oberhausen oder REFYNE in Wesseling gehören zu den ersten in Deutschland, die die lokale Industrie und den Verkehr mit sauberem Wasserstoff versorgen.

Dank seiner zentralen Lage und geplanter Wasserstoff-Importrouten hat Nordrhein-Westfalen gute Voraussetzungen. Doch der Erfolg hängt von mehr als nur der Infrastruktur ab. Entscheidend sei, so betonen Verantwortliche, die genaue Vorhersage des Bedarfs, die Koordination der Lieferketten und die Verknüpfung der Wasserstoffproduktion mit regionalen erneuerbaren Energien.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Um Wasserstoff bezahlbar zu machen, setzt das Land auf Instrumente wie Klimaschutzverträge (Carbon Contracts for Difference, CCfDs), die die Preislücke zwischen grünem Wasserstoff und fossilen Brennstoffen überbrücken sollen. Zudem schafft die Landesregierung Leitmärkte und öffentliche Beschaffungsregeln, um die Nachfrage anzukurbeln.

Unterstützt werden diese Maßnahmen durch die H2.NRW-Wasserstoffkoordinierungsstelle, die Unternehmen bei Förderung, Vernetzung und Projektplanung berät. Parallel treibt NRW.Energy4Climate mit Initiativen wie IN4climate.NRW den industriellen Wandel voran – etwa durch Projekte zu nachhaltigem Kohlenstoff in der Chemie oder IN4climate.RR, das den Wasserstoffeinsatz im Rheinischen Revier fördert. Veranstaltungen zu Wasserstoffanwendungen und die ab September 2025 startende Leitstelle Kreislaufwirtschaft sollen den Wasserstoff zudem stärker in die Kreislaufwirtschaft des Landes einbinden.

Nordrhein-Westfalens Strategie kombiniert politische Unterstützung, zielgerichtete Förderung und praxisnahe Erprobung. Das Ziel ist klar: Wasserstoff soll das Rückgrat einer klimaneutralen Wirtschaft werden. Gelingt dies, könnte die Region zum Vorbild für die industrielle Dekarbonisierung in ganz Europa werden.