02 January 2026, 20:19

NRW-Metallindustrie kämpft um Überleben: Massenentlassungen und schwindende Auftragslage

Ein Schiffbau mit Metallkonstruktionen, Laternen, Containern und Schiffen.

Gedrückte Stimmung in der Metall- und Elektronikindustrie - NRW-Metallindustrie kämpft um Überleben: Massenentlassungen und schwindende Auftragslage

NRW-Metall- und Elektroindustrie in schwerer Krise: Stellenabbau überwiegt, kaum Neueinstellungen in Sicht

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Die Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen steckt in einer tiefen Krise: Die Auftragslage bricht ein, Entlassungen häufen sich, und nur wenige Unternehmen planen Neueinstellungen. Eine aktuelle Umfrage des Verbands Metall NRW zeigt, dass lediglich 15 Prozent der Betriebe im frühen Jahr 2026 Personal aufbauen wollen – gleichzeitig will jedes vierte Unternehmen Stellen streichen. Trotz des Abschwungs werben einige Firmen weiterhin nach Tarifvertragsbedingungen um Fachkräfte.

Seit Mitte 2024 schrumpft die Branche kontinuierlich und verliert monatlich rund 2.100 Arbeitsplätze. Die Produktion liegt mittlerweile 23 Prozent unter dem Niveau von 2018, und fast 30 Prozent der Unternehmen haben in den letzten sechs Monaten bereits ihre Belegschaft reduziert. Kurzarbeit bleibt weit verbreitet: 28 Prozent der Betriebe setzen sie ein, um die Kosten zu drücken.

Die Stimmung ist gedrückt. Nur zehn Prozent der Unternehmen erwarten in den kommenden sechs Monaten eine Besserung, und lediglich 14 Prozent bewerten ihre aktuelle Lage als gut. Arndt Kirchhoff, Präsident des Verbands Metall NRW, sprach von einem "tiefgreifenden Wettbewerbsproblem und gravierenden strukturellen Schwächen". Gleichzeitig kritisierte er die Politik, die die Not der Branche nicht ausreichend erkennen würde. Dennoch gibt es vereinzelt Nachrichten aktuell: EICKHOFF Personal GmbH sucht für Anfang 2026 Maschinen- und Anlagenführer im Bereich Metalltechnik für die Standorte Köln, Leverkusen und Bergisch Gladbach – nach IG-Metall-Tarif. Die Grohe AG in Hemer (bei Menden) bietet ab September 2026 Ausbildungsplätze für Maschinen- und Anlagenführer sowie Mechatroniker an, orientiert am Tarifvertrag der NRW-Metall- und Elektroindustrie. Zudem stellt ein nicht namentlich genanntes Elektrounternehmen auf dem Chempark in Marl, Herne, Gladbeck und Gelsenkirchen sofort Elektriker ein.

Kirchhoff fordert dringend Reformen, darunter Maßnahmen zur Verlängerung der Lebensarbeitszeit, um die Branche zu stabilisieren. Doch die Aussichten bleiben düster: Die meisten Unternehmen fahren ihre Aktivitäten zurück statt zu expandieren. Zwar gibt es vereinzelte Stellenausschreibungen, doch der allgemeine Trend deutet auf weiteren Personalabbau und schwache Produktion hin. Kirchhoffs Appell an die Politik, wirtschafts- und sozialpolitische Weichen neu zu stellen, unterstreicht den Handlungsdruck – bevor sich die Lage weiter verschärft.