NRW kürzt Asyl-Unterkunftskapazitäten wegen sinkender Anträge um 15 Prozent
Gotthold UllmannLand verringert Plätze in Flüchtlingsunterkünften - NRW kürzt Asyl-Unterkunftskapazitäten wegen sinkender Anträge um 15 Prozent
Nordrhein-Westfalen (NRW) reduziert die Kapazitäten seiner Landesaufnahmeeinrichtungen für Asylsuchende. Die Plätze werden von 41.000 auf 35.000 verringert – eine Reaktion auf den Rückgang der Neuanträge. Als Begründung nennen die Behörden die gesunkene Nachfrage.
Anfang 2022 boten die Landeseinrichtungen NRWs noch Platz für 15.000 Menschen. Mittlerweile war diese Zahl auf 41.000 gestiegen. Da die Erstasylanträge 2024 jedoch um ein Drittel zurückgingen – von über 67.000 auf gut 45.000 –, passt das Land nun die Kapazitäten an.
Von den verbleibenden 35.000 Plätzen sollen 28.000 aktiv genutzt werden, während 7.000 als Reserve vorgehalten werden. Aktuell liegt die Auslastung bei rund 44 Prozent in den Gemeinschaftsunterkünften und nur 19 Prozent in den Erstaufnahmeeinrichtungen. Insgesamt betreibt das Land 53 Einrichtungen.
Das Ministerium versichert, dass die Kürzungen die Kommunen nicht zusätzlich belasten werden. Schnellere Verteilungsverfahren und die konsequente Durchsetzung der Wohnsitzregelungen in den Landeseinrichtungen sollen für Ausgleich sorgen. In den kommenden Wochen wollen die Verantwortlichen mit den Städten und Gemeinden beraten, welche Standorte reduziert werden.
Bundesweit sind die Asylanträge ebenfalls gesunken – von knapp 330.000 im Jahr 2023 auf unter 230.000 in diesem Jahr. Mit der Anpassung verringert NRW seine Gesamtkapazität auf 35.000 Plätze, wobei der Großteil weiterhin genutzt wird. Die Kommunen werden gemeinsam mit dem Land den Übergang gestalten. Die Änderungen erfolgen vor dem Hintergrund kontinuierlich sinkender Asylzahlen auf Landes- und Bundesebene.






