NRW investiert 10 Milliarden – doch reicht das für bessere Schulen und Kitas?
Mirjana SchachtNRW investiert 10 Milliarden – doch reicht das für bessere Schulen und Kitas?
Nordrhein-Westfalen kündigt 10-Milliarden-Hilfspaket für Städte und Gemeinden an – die Hälfte fließt in die Bildung
Das Land stellt Mittel aus dem Bundes-Sondervermögen Infrastruktur bereit, wie Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und stellvertretende Ministerpräsidentin Mona Neubaur (Grüne) bestätigten. Mit den Geldern sollen langjährige Forderungen nach besseren Bildungsstätten in NRW umgesetzt werden: Schulen, Kitas und Ganztagsangebote im gesamten Landesgebiet werden gefördert. Kritiker halten die Investitionen jedoch für unzureichend.
Dennis Maelzer, familienpolitischer Sprecher der SPD, bezeichnete die Summe als "bei Weitem nicht ausreichend". Er verwies auf frühere Initiativen wie das Programm "Gute Schule 2020" unter der damaligen SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, das allein jährlich 500 Millionen Euro in Schulmodernisierungen steckte. Zudem kritisierte er die Kibiz-Reform – ein 2008 eingeführtes Regelwerk für Kita-Betriebe – als "Dauerbaustelle" wegen der ständigen Nachbesserungen.
Besonders problematisch sieht Maelzer das "Kernzeitenmodell" der Reform, das seiner Meinung nach ein "Zwei-Klassen-System" in der Kinderbetreuung schaffen könnte. Als Lösung schlägt er vor, die aktuellen Zuschüsse für verlängerte Betreuungszeiten umzuwidmen. Stattdessen fordert er mehr Investitionen in die Ausbildung, etwa durch höhere Fördersätze für praxisintegrierte Lehrgänge von Erzieherinnen und Erziehern. Ein großer Fachkräfteeinstieg sei dringend nötig, um qualifiziertes Personal zu gewinnen und die Qualität zu steigern.
Die geplanten fünf Milliarden Euro für Bildung in NRW sollen Sanierungen von Schulen und Kitas finanzieren. Doch Maelzers Forderungen nach grundlegenden Reformen und höheren Investitionen zeigen: Die Debatte über den richtigen Kurs des Landes ist noch lange nicht beendet. Wie sie ausgeht, wird die Kinderbetreuung und Schulbildung in den kommenden Jahren prägen.






