Neues Polizeimodell im Rhein-Kreis Neuss soll Reaktionszeiten verkürzen
Mirjana SchachtNeues Polizeimodell im Rhein-Kreis Neuss soll Reaktionszeiten verkürzen
Neues Pilotprojekt soll Polizeistreifen im Rhein-Kreis Neuss neu organisieren
Ab dem 1. März wird ein neues Modell die Polizeistreifen in Teilen des Rhein-Kreises Neuss grundlegend verändern. Nach einem ersten Testlauf in Jüchen wird das Konzept nun auf Korschenbroich, Kaarst und Meerbusch ausgeweitet. Ziel ist es, die Reaktionszeiten zu verkürzen und die Präsenz der Beamten zu erhöhen – ohne die Zahl der Streifenkräfte auf den Straßen zu reduzieren.
Kern der Umstellung ist ein effizienteres Einsatzsystem. Die Streifenwagen in Korschenbroich, Kaarst und Meerbusch werden künftig von der Polizeistation in Kaarst aus operieren, während das Team der Gemeindepolizei in Meerbusch weiterhin in allen Stadtteilen präsent bleibt. Eine zentrale Einsatzleitung in Neuss – angesiedelt bei der Polizeidirektion Neuss an der Rheinstraße – koordiniert die Fahrzeuge in den beteiligten Kommunen.
Das Projekt knüpft an einen Pilotversuch an, der im November vergangenen Jahres in Jüchen gestartet war. Erste Erfahrungen dort zeigen, dass die Beamten mehr Zeit für Streifengänge haben, schneller vor Ort sind und eine stärkere Straßenpräsenz aufweisen. Die Streifen in Jüchen fahren derzeit von Grevenbroich aus, ohne dass die Verfügbarkeit eingeschränkt wurde. Die Verantwortlichen betonen, dass es darum gehe, die vorhandenen Ressourcen besser zu nutzen – nicht sie zu kürzen. Durch die Vermeidung unnötiger Fahrten könnten die Beamten schneller zu Einsätzen gelangen. Zudem wird getestet, ob die Wache an der Holbeinstraße in Meerbusch künftig durchgehend besetzt sein muss. Die Leistung des neuen Systems wird bis Ende Mai genau überwacht. Bei Erfolg könnte das Modell die öffentliche Sicherheit in der gesamten Region verbessern, indem es die Streifen flexibler und schlagkräftiger macht.
Der dreimonatige Testlauf dauert bis Ende Mai; die gesammelten Daten sollen als Grundlage für weitere Entscheidungen dienen. Die Zahl der Streifen und ihre Sichtbarkeit bleiben unverändert, doch die Effizienz der Einsatzkräfte soll steigen. Für die Bürger in den betroffenen Gebieten ändert sich während der Testphase nichts an der Zusammensetzung der örtlichen Polizeiteams.
