Neuer Präsident für das Oberverwaltungsgericht Münster nach jahrelangem Streit ernannt
Gotthold UllmannNach Machtkampf um OVG-Spitze: Günther offiziell im Amt - Neuer Präsident für das Oberverwaltungsgericht Münster nach jahrelangem Streit ernannt
Carsten Günther hat offiziell das Amt des Präsidenten des Oberverwaltungsgerichts Münster übernommen. Seine Ernennung folgt auf eine lange Vakanz und einen erbitterten Rechtsstreit um die Führungsposition. Justizminister Benjamin Limbach hatte ihn im vergangenen Sommer formell in das Amt eingeführt.
Günthers juristische Laufbahn begann im Jahr 2000 am Verwaltungsgericht Köln. Später arbeitete er im Bundesjustizministerium, in der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalens sowie im NRW-Justizministerium, bevor er von 2009 bis 2013 als Richter am Oberverwaltungsgericht Münster tätig war. Zuletzt hatte er eine Richterstelle am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig inne.
Die Präsidentschaft war seit 2021 unbesetzt, nachdem Ricarda Brandts in den Ruhestand gegangen war. In der Übergangsphase leiteten zwei Vizepräsidenten das Gericht und betreuten bedeutende Verfahren – darunter die Klage der AfD gegen ihre Einstufung durch das Bundesamt für Verfassungsschutz. Günthers Ernennung verzögerte sich aufgrund eines langwierigen Streits, der mehrere Gerichte und eine parlamentarische Anfrage einband.
Offizielle Berichte deuten nicht darauf hin, dass sich unter seiner Führung die Bearbeitung laufender Verfahren ändern wird, etwa in Zusammenhang mit dem AfD-Fall.
Günther steht nun einem der wichtigsten Verwaltungsgerichte Deutschlands vor. Seine Erfahrung umfasst Tätigkeiten in Bundes- und Landesjustiz, auch wenn seine Amtsübernahme einer Phase der Unsicherheit folgt. Das Gericht führt seine Arbeit an hochkarätigen Fällen fort, ohne dass bisher dokumentierte Verfahrensänderungen unter seiner Leitung bekannt wären.