25 March 2026, 10:10

Neuer Cum-Ex-Prozess in Siegburg: Drei Banker wegen 280-Millionen-Betrugs angeklagt

Umschlag eines alten Buches mit dem Titel "Berichte über ausgew├Ąhlte F├Ąlle vor den Gerichten von Westminster-Hall sowie die Meinung von John Lord Fortescue" mit ge├Âffneter Seite, die schwarzen Tintentext zeigt.

Neuer Cum-Ex-Prozess in Siegburg: Drei Banker wegen 280-Millionen-Betrugs angeklagt

In Siegburg hat ein neuer Cum-Ex-Prozess begonnen – ein weiteres Kapitel im langjährigen Kampf Deutschlands gegen Steuerbetrug. Drei ehemalige Banker müssen sich wegen des Vorwurfs verantworten, Geschäfte organisiert zu haben, die den Steuerzahler rund 280 Millionen Euro kosteten. Die Verhandlung findet in einem eigens errichteten, 50 Millionen Euro teuren Gerichtsgebäude statt, das erst im vergangenen Jahr eröffnet wurde.

Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen zwei frühere Mitarbeiter der Hamburger Privatbank M.M. Warburg sowie ein Dritter, dem Beihilfe zur Steuerhinterziehung vorgeworfen wird. Die Staatsanwaltschaft wirft der Gruppe vor, Cum-Ex-Geschäfte abgewickelt zu haben – komplexe Aktientransaktionen, mit denen Steuererstattungen auf Dividenden kassiert wurden, die niemals tatsächlich gezahlt worden waren. Solche Konstruktionen sollen über die Jahre Milliarden aus der Staatskasse abgezogen haben.

Der Prozess wird vor der Siegburger Zweigstelle des Landgerichts Bonn geführt, wo die Verhandlungen vorerst bis Mitte Dezember an mindestens 53 Verhandlungstagen stattfinden sollen. Zwar sind für 2026 nur zwei weitere Cum-Ex-Prozesse bestätigt, doch noch in diesem Jahr könnten Anklagen gegen bis zu sieben weitere Beschuldigte erhoben werden. Als mögliche weitere Verhandlungsorte kommen Bonn, Frankfurt und Köln infrage, wo ähnliche Fälle bereits verhandelt wurden.

Das Siegburger Gerichtsgebäude, das 2023 für 50 Millionen Euro fertiggestellt wurde, ist speziell für die Abwicklung großangelegter Wirtschaftsstrafverfahren konzipiert. Der aktuelle Prozess reiht sich ein in jahrelange Ermittlungen zu Cum-Ex-Praktiken, die 2012 erstmals aufgedeckt wurden und seitdem zu zahlreichen Verurteilungen in ganz Deutschland geführt haben.

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Bei einer Verurteilung drohen den Angeklagten empfindliche Strafen für ihre mutmaßliche Rolle in dem 280-Millionen-Euro-Betrug. Das Urteil könnte zudem beeinflussen, ob in Bonn, Frankfurt oder anderen Gerichten noch in diesem Jahr weitere Verfahren eingeleitet werden. Dauer und Komplexität des Prozesses spiegeln die anhaltenden Bemühungen wider, die durch solche Machenschaften verlorenen Steuereinnahmen zurückzuholen.

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