27 March 2026, 00:13

Neuer Atommülltransport erreicht Ahaus – Proteste wie vor 30 Jahren

Große Gruppe von Menschen bei einer Straßendemonstration gegen Atomkraft in Deutschland, mit Schildern und Fahnen, begleitet von Fahrzeugen und Gebäuden im Hintergrund.

Neuer Atommülltransport erreicht Ahaus – Proteste wie vor 30 Jahren

Ein Transport mit atomarem Abfall traf am frühen Mittwochmorgen in Ahaus ein, nachdem er unter strengen Sicherheitsvorkehrungen aus Jülich eingeleitet worden war. Die Lieferung, bei der ein Castor-Behälter zum Einsatz kam, legte 170 Kilometer durch Nordrhein-Westfalen ohne Zwischenfälle zurück. Entlang der Strecke versammelten sich Demonstranten – ein Echo auf die Proteste vor fast drei Jahrzehnten, als ähnliche Transporte erstmals stattfanden.

Der Konvoi verließ das Forschungszentrum Jülich gegen 10 Uhr, begleitet von Strahlenschutzteams, Anti-Drohnen-Einheiten und Spezialkräften. Rund 2.400 Beamte sicherten die Aktion ab, die den jüngsten einer Reihe geplanter Transporte darstellt. In den kommenden Jahren werden zwischen 50 und 150 weitere Lieferungen erwartet.

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Atombefürworter organisierten bei der Ankunft des Behälters in Ahaus Kundgebungen, wo das Zwischenlager etwa zwei Kilometer vom Ortskern entfernt liegt. Hanna Poddig, die eine Mahnwache initiiert hatte, forderte einen sofortigen Stopp aller Transporte, bis ein Endlager für die dauerhafte Entsorgung gefunden sei. Kritiker, darunter Oppositionsparteien, argumentieren, dass diese Verbringungen von vornherein hätten vermieden werden können.

Der erste große Atommülltransport nach Ahaus fand 1996 statt und löste damals massiven Widerstand aus. Seither ist der Standort zu einem Symbol für die Debatten über den Umgang Deutschlands mit radioaktiven Abfällen geworden.

Der aktuelle Transport erreichte sein Ziel ohne Störungen, doch der Widerstand bleibt ungebrochen. Die Behörden rechnen mit Dutzenden weiteren Lieferungen, während Aktivisten weiterhin auf eine langfristige Lösung drängen. Das Zwischenlager in Ahaus wird die Abfälle bis zur Inbetriebnahme eines Endlagers aufnehmen.

Quelle