05 February 2026, 00:31

Neue Leitlinien: PSA-Test soll Prostatakrebs-Früherkennung revolutionieren

Ein Mann in einer blauen Uniform sitzt vor einem Urinal auf dem Boden und hält eine Pfeife in der Hand, umgeben von Reinigungsmitteln, mit Urinalen an der linken Wand und einem Fenster auf der rechten Seite.

Wann sollten Sie dringend einen Urologen aufsuchen - Neue Leitlinien: PSA-Test soll Prostatakrebs-Früherkennung revolutionieren

Prostatakrebs bleibt die häufigste Krebserkrankung bei Männern und ist gleichzeitig die zweit tödlichste. Dennoch lassen sich nur wenige – etwa 17 Prozent – regelmäßig vom Urologen untersuchen. Viele meiden die Vorsorge aus Unbehagen oder mangelnder Routine, sodass Tumore oft erst in späten Stadien entdeckt werden.

Neue Leitlinien empfehlen nun den PSA-Bluttest als primäres Screening-Verfahren – anstelle der körperlichen Untersuchung. Experten raten, mit diesen Tests bereits Mitte 40 zu beginnen, um einen Referenzwert zu ermitteln und die weitere Überwachung individuell anzupassen.

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Nach den aktualisierten Richtlinien sollten Männer ihren ersten PSA-Test zwischen dem 45. und 49. Lebensjahr durchführen lassen. Das Ergebnis hilft Ärzten, das Risiko einzuschätzen und den nächsten Testzeitpunkt festzulegen: Bei einem Wert von 1,5 oder darunter reicht eine Kontrolle nach fünf Jahren. Liegt der Wert zwischen 1,5 und 3, verkürzt sich das Intervall auf zwei Jahre. Alles über 3 erfordert weitere Abklärungen.

Ein rascher Anstieg des PSA-Werts über die Zeit kann ebenfalls auf Prostatakrebs hindeuten. Zwar beweist der Test allein keine Krebserkrankung, doch dient er als Frühwarnsystem. Der Verzicht auf körperliche Untersuchungen – wie die oft gemiedene digitale rektale Tastuntersuchung – soll mehr Männer zur Vorsorge motivieren.

Doch nicht nur die Prostata ist betroffen: Auch in anderen Teilen des Harntrakts, etwa Blase, Nieren oder Hoden, können Tumore entstehen. Diese zeigen oft lange keine Symptome, was regelmäßige urologische Kontrollen umso wichtiger macht. 2023 wurden in Deutschland rund 79.600 neue Prostatakrebsfälle registriert. Zwar übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Früherkennung für Männer ab 45, doch wie viele den PSA-Test tatsächlich nutzen, bleibt unklar.

Die Umstellung auf das PSA-basierte Screening zielt darauf ab, die Früherkennungsrate zu verbessern. Da Prostatakrebs so viele Männer betrifft, könnten regelmäßige Tests ab dem mittleren Lebensalter Risiken früher aufdecken. Dennoch bleiben die Vorsorgequoten niedrig – viele Fälle werden vermutlich erst in fortgeschrittenen Stadien erkannt.