Nächtliche Entschärfung einer US-Fliegerbombe bringt Ratingen zum Stillstand
Gotthold UllmannNächtliche Entschärfung einer US-Fliegerbombe bringt Ratingen zum Stillstand
Amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg in Ratingen entschärft
In der Nacht zum Dienstag wurde in Ratingen eine US-amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich entschärft. Für die Operation mussten rund 2.300 Anwohner evakuiert werden, darunter auch Bewohner von Seniorenheimen. Stundenlang war die Innenstadt weitgehend lahmgelegt.
Die Entdeckung der 230 Kilogramm schweren Blindgängerin rief bei einigen älteren Einwohnern schmerzhafte Erinnerungen wach. Aus Vorsicht wurden Straßen und Geschäfte gesperrt.
Die Bombe war bereits am Vormittag gefunden worden, woraufhin die Behörden große Teile der Ratinger Innenstadt absperrten. Betroffen war etwa 70 Prozent der Fußgängerzone, viele Läden mussten früher schließen. Auch Abschnitte des Hauser Rings und angrenzende Straßen im Evakuierungsgebiet wurden für den Verkehr gesperrt.
Die Kreisverwaltung Mettmann koordinierte die Räumung, doch logistische Herausforderungen führten zu Verzögerungen. Besonders die Evakuierung zweier Seniorenheime dauerte länger als geplant, sodass sich der Einsatz um mehrere Stunden verzögerte. Anwohner wie die 88-jährige Siegrid Dömke beschrieben die Wartezeit als beunruhigend. Einige ältere Menschen brachen im Rathaus zusammen, wo sich rund 400 Menschen versammelt hatten. Die Kampmittelräumer arbeiteten bis spät in die Nacht, ehe sie den Blindgänger erfolgreich unschädlich machen konnten. Gegen 1.30 Uhr waren alle Heimbewohner zurück in ihren Zimmern. Das Frühstück am nächsten Morgen wurde wegen der nächtlichen Störung später als üblich serviert.
Die Entschärfung verlief ohne größere Zwischenfälle, doch für manche Senioren blieb die Erfahrung belastend. Nach der Entwarnung öffneten Geschäfte und Straßen in der Innenstadt schrittweise wieder. Die Behörden bestätigten, dass von dem Fundort keine weitere Gefahr mehr ausgehe.
