10 March 2026, 16:10

Münster wartet auf neuen Bischof: Papst schlägt Kandidaten mit Erfahrung vor

Ein altes Dokument mit einer Zeichnung der St. Erasmus Kirche umgeben von Bäumen und Himmel, unterzeichnet von der deutschen Regierung.

Münster wartet auf neuen Bischof: Papst schlägt Kandidaten mit Erfahrung vor

Das Bistum Münster bereitet sich auf die Ernennung eines neuen Bischofs vor, nachdem Felix Genn im März 2021 zurückgetreten ist. Seitdem leitet Antonius Hamers die Diözese kommissarisch und wird dies auch tun, bis ein Nachfolger bestimmt ist. Das Auswahlverfahren kommt nun voran: Papst Franziskus wird in Kürze drei Kandidaten für das Amt vorschlagen.

Felix Genn trat am 9. März 2021 offiziell als Bischof von Münster zurück. Seither führt Antonius Hamers die Geschäfte als Diözesanadministrator. Hamers betont, ein guter Bischof müsse vor allem Brückenbauer sein und die verschiedenen Gruppen innerhalb der Kirche zusammenführen.

Der neue Bischof wird aus einer Dreierliste ausgewählt, die Papst Franziskus übermittelt. Diese sogenannte Terna wird voraussichtlich Kandidaten umfassen, die enge Verbindungen zum Vatikan haben, reformorientiert sind und Erfahrung in Vermittlung mitbringen. Ein möglicher Kandidat ist Franz-Josef Overbeck, ehemaliger Weihbischof in Münster, der auch über Erfahrung in Rom verfügt.

Das Domkapitel wählt anschließend aus der päpstlichen Liste den neuen Bischof aus. Nimmt der Gewählte die Berufung an, wird er das größte Bistum Deutschlands nach Mitgliederzahl leiten. Die Ernennung wird vor Ostern erwartet, die feierliche Amtseinführung ist für den Sommer geplant.

Reformbewegungen wie Maria 2.0 fordern, dass der neue Bischof sich für mehr Frauenrechte und sichtbare Veränderungen einsetzt. Gleichzeitig mahnt Ulrike Overkamp, die die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs begleitet, die Kirche solle einen einfacheren und direkteren Umgang mit den Opfern finden.

Der künftige Bischof übernimmt eine Diözese, die vor großen Herausforderungen steht: Reformen und Erneuerung sind gefragt. Seine Führung wird entscheidend dafür sein, wie Münster auf Forderungen nach mehr Transparenz, Frauenrechten und Unterstützung für Missbrauchsopfer reagiert. Die endgültige Entscheidung wird in den kommenden Wochen erwartet, die Amtseinführung soll später im Jahr stattfinden.

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