17 March 2026, 06:13

Mönchengladbach trotzt dem Insolvenz-Boom mit kluger Wirtschaftspolitik

Eine Liniengrafik, die die Anzahl der von der COVID-19-Pandemie betroffenen US-Geschäfte zeigt, unterteilt nach Branche und Erholungsstatus, mit Text, der die wirtschaftliche Erholung anzeigt.

Mönchengladbach trotzt dem Insolvenz-Boom mit kluger Wirtschaftspolitik

Mönchengladbach schwimmt gegen den bundesweiten Insolvenztrend und verzeichnet einen deutlichen Rückgang der Fälle. Während benachbarte Städte und der nationale Durchschnitt starke Zunahmen melden, sank die Zahl der Insolvenzverfahren in der Stadt um 7,5 Prozent. Dieser Erfolg geht auf eine Mischung aus stabiler Wirtschaftspolitik, einer starken mittelständischen Wirtschaft und gezielten Investitionen in zukunftsträchtige Bereiche zurück.

Die Stadt ist die einzige Großstadt im Regierungsbezirk Düsseldorf, in der die Insolvenzzahlen zurückgehen. Unternehmensinsolvenzen nahmen um 8,0 Prozent ab, Verbraucherinsolvenzen um 9,0 Prozent, und insgesamt verringerten sich die Verfahren um 7,8 Prozent. In der Zwischenzeit verzeichneten benachbarte Städte Anstiege zwischen 6 und fast 19 Prozent, während Nordrhein-Westfalen insgesamt einen breiten Aufwärtstrend erlebt.

Lokale Verantwortliche führen die Wende auf eine diversifizierte Wirtschaft zurück. Mönchengladbach, einst abhängig von der Textilindustrie, blüht heute in den Bereichen Logistik, Maschinenbau, Gesundheitswesen und moderne Dienstleistungen auf. Die Beschäftigung in der Logistikbranche stieg zwischen 2021 und 2025 um 12 Prozent – begünstigt durch die Rheinhafenlage und Erweiterungen wie das Logistikzentrum ProLogis. Die Produktionsleistung im Maschinenbau erhöhte sich um 5 Prozent, während im Gesundheitssektor 1.500 neue Arbeitsplätze entstanden, um den Bedürfnissen einer alternden Bevölkerung gerecht zu werden.

Die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit der Stadt gründet sich zudem auf langfristige Planung. Die Hochschule Niederrhein und lokale Unternehmen sorgen für einen stetigen Nachschub an Fachkräften. Ein stabiler Hebesatz der Gewerbesteuer gibt Unternehmen Planungssicherheit. Laufende Projekte wie der Wissens- und Innovationscampus, die Textilfabrik 7.0 und ein neuer Industriepark am Flughafen festigen die Position der Stadt zusätzlich.

Diese Bemühungen tragen Früchte: Im IW-Dynamikranking 2024, das das Wirtschaftswachstum in 401 deutschen Regionen misst, belegt Mönchengladbach Platz 27. Mit einem BIP-Wachstum von 3,8 Prozent übertrifft die Stadt den Bundesdurchschnitt vergleichbarer Großstädte, wie Daten des Statistischen Bundesamts für 2025 zeigen.

Mönchengladbachs Ansatz hat die Stadt vor den allgemeinen wirtschaftlichen Herausforderungen geschützt. Durch die Konzentration auf stabile Branchen, Investitionen in die Infrastruktur und eine unterstützende Wirtschaftspolitik konnte die Stadt die Insolvenzzahlen senken, während andere mit steigenden Werten kämpfen. Die Strategie dient nun als Vorbild dafür, wie Tradition und Innovation in der Regionalentwicklung vereint werden können.

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