Mönchengladbach baut 188 Prozent mehr Wohnungen – und übertrifft NRW deutlich
Gerlinde HeinrichMönchengladbach baut 188 Prozent mehr Wohnungen – und übertrifft NRW deutlich
Mönchengladbach verzeichnet einen deutlichen Anstieg beim Wohnungsbau und übertrifft damit den Rest von Nordrhein-Westfalen bei Weitem. Im Jahr 2025 baute die Stadt 188 Prozent mehr Wohnungen als im Vorjahr, während die Bauaktivität im gesamten Bundesland rückläufig war. Der starke Anstieg folgt auf umfangreiche Investitionen und politische Maßnahmen, die der Wohnungsnot entgegenwirken sollen.
Der Bauboom in Mönchengladbach begann mit der „Initiative Wohnungsbau“, die 2023 ins Leben gerufen wurde. Über dieses Programm flossen rund 43 Millionen Euro in das städtische Wohnungsunternehmen, was dessen finanzielle Basis deutlich stärkte. Bis 2025 bewilligte die Stadt Fördermittel in Höhe von 43,2 Millionen Euro für 218 neue Wohneinheiten – fast genauso viel wie im Rekordjahr zuvor.
Die Ergebnisse waren 2025 deutlich sichtbar: Mönchengladbach vollendete 758 Wohnungen, ein Plus von 188 Prozent im Vergleich zu 2024. Die Bauquote lag bei 28,4 Wohnungen pro 10.000 Einwohner – 43 Prozent über dem Landesdurchschnitt und die dritthöchste unter den kreisfreien Städten. Gleichzeitig verzeichnete Nordrhein-Westfalen insgesamt einen Rückgang: Nur 37.185 Wohnungen wurden fertiggestellt, 9,4 Prozent weniger als 2024.
Steigende Kosten erschweren den Wohnungsbau in der gesamten Region. Die Zinsen für Baufinanzierungen, die einst nahe null lagen, bewegen sich nach den Leitzinserhöhungen 2022 nun zwischen drei und vier Prozent. Auch der Preisindex für Wohngebäude stieg Anfang 2025 um 3,2 Prozent. Trotz dieser Herausforderungen setzte Mönchengladbach seine Pläne konsequent um – selbst der Etat für den sozialen Wohnungsbau wurde 2024 zu 274 Prozent ausgeschöpft, nach nur fünf Prozent im Jahr 2021.
Mit ihrer entschlossenen Förderpolitik und strategischen Kursänderungen hebt sich Mönchengladbach in einem schwierigen Marktumfeld ab. Durch den Bau von 758 neuen Wohnungen im Jahr 2025 zeigt die Stadt, wie gezielte Investitionen die Bauaktivität ankurbeln können. Dieser Ansatz steht in krassem Gegensatz zum allgemeinen Rückgang in Nordrhein-Westfalen, wo höhere Kosten und Zinsen die Fortschritte bremsen.






