Miron Muslićs ungewöhnlicher Führungsstil: Schalke 04 zwischen Abstiegskampf und Teamzusammenhalt
Heinz-Josef ZirmeMiron Muslićs ungewöhnlicher Führungsstil: Schalke 04 zwischen Abstiegskampf und Teamzusammenhalt
Miron Muslić übernahm im Sommer 2024 die Verantwortung bei Schalke 04 und führte den Verein zügig zurück in die Bundesliga. Doch Anfang 2026 steht die Mannschaft weiterhin auf Platz 17 und kämpft weiterhin gegen den Abstieg. Der 43-jährige Trainer verfolgt einen ungewöhnlichen Führungsansatz, bei dem er seine Spieler schützt, während er selbst unter starker Kritik steht.
Muslić stellt sich bewusst als "Blitzableiter" für öffentliche Kritik auf, um seine Mannschaft nach Niederlagen zu entlasten. Er verteidigt seine Spieler offen in der Öffentlichkeit – überzeugt davon, dass dieser Ansatz den Druck von ihnen nimmt. Seine Kommunikationsstrategie ist durchdacht und darauf ausgelegt, unnötige Gegenreaktionen zu vermeiden.
Im Leistungszentrum des Vereins arbeitet er täglich mit 50 bis 60 Mitarbeitern zusammen. Dabei legt er Wert darauf, dass sich jeder wertgeschätzt fühlt und Freude an der Arbeit hat. Kollegen schätzen seine Authentizität und Offenheit als zentrale Stärken, die ein positives Arbeitsklima schaffen.
Über die internen Abläufe hinaus tauscht sich Muslić regelmäßig mit anderen Trainern aus – auch mit Konkurrenten aus der eigenen Liga. Zudem arbeitet er eng mit der Medienabteilung von Schalke zusammen, um Probleme frühzeitig zu entschärfen. Trotz der anhaltenden sportlichen Schwierigkeiten – kaum Punktezuwachs und der andauernde Abstiegskampf – bleibt er seinem unkonventionellen Weg treu.
Für Muslić steht im Mittelpunkt, Teil des Teams zu sein und seinen Mitarbeitern das Gefühl zu geben, geschätzt zu werden. Die Aufmerksamkeit, die mit seiner Rolle einhergeht, nutzt er, um Kritik aufzufangen, die sonst seine Spieler treffen würde.
Die Saison bleibt für Schalke 04 schwierig, der Verein steckt weiterhin in der Abstiegszone fest. Muslićs Führungsstil, geprägt von Schutz und offener Kommunikation, hebt ihn von anderen ab. Ob dieser Ansatz den Klassenerhalt in der Bundesliga sichern wird, bleibt ungewiss – doch sein Fokus auf Teamzusammenhalt und Rückhalt für die Spieler bleibt unverändert.
