Miltenyi Biotec revolutioniert Krebsbehandlung mit eigenen Zelltherapien
Gotthold UllmannMiltenyi Biotec revolutioniert Krebsbehandlung mit eigenen Zelltherapien
Miltenyi Biotec baut seine Position im biomedizinischen Sektor aus. Das einst als Zulieferer und Forschungspartner bekannte Unternehmen entwickelt mittlerweile eigene Zell- und Gentherapien, die sich bereits bei der Behandlung von Leukämie und Autoimmunerkrankungen als erfolgreich erwiesen haben.
Ein zentraler Ansatz ist die CAR-T-Zelltherapie, bei der genetisch veränderte Zellen Blut- und Lymphknotenkrebs gezielt bekämpfen. Bisher ist der Zugang jedoch auf klinische Studien beschränkt – nur wenige Kliniken verfügen über eine Produktionslizenz oder erhalten Lieferungen von den Miltenyi-Standorten. Das Unternehmen setzt dabei auf sein hauseigenes CliniMACS Prodigy-System, eine automatisierte Plattform für die Zellverarbeitung, die in diesem Bereich Maßstäbe für Präzision setzt.
Um die Produktion hochzufahren, entsteht in Köln-Mülheim ein neues Werk mit 12.000 Quadratmetern. Das Projekt umfasst die Übernahme des ehemaligen Troponwerke-Geländes und Investitionen von über 100 Millionen Euro. Die Anlage soll die Markteinführung von „lebenden Arzneimitteln“ beschleunigen.
Zudem plant Miltenyi die lokale Produktion in Südostasien und Afrika auszubauen. Durch Partnerschaften mit regionalen Akteuren sollen die Therapien bezahlbarer und zugänglicher werden. Gleichzeitig treibt die Tochterfirma Miltenyi Biomedicine die Zulassung von Zamto-cel voran, einer CAR-T-Zelltherapie gegen Leukämie. Die Marktzulassung in Europa, den USA und Japan wird bis Mitte 2027 erwartet.
Das neue Werk in Köln-Mülheim wird die Herstellung fortschrittlicher Therapien unterstützen. Die lokale Produktion in Südostasien und Afrika könnte den Zugang zu diesen Behandlungen erweitern. Eine Zulassung von Zamto-cel wäre ein wichtiger Meilenstein für Miltenyi auf dem Weg zum Vorreiter in der biomedizinischen Innovation.






