Milliarden-Streit um Leverkusener Rheinbrücke spaltet NRW-Landtag
Mirjana SchachtMilliarden-Streit um Leverkusener Rheinbrücke spaltet NRW-Landtag
Ein erbitterter Streit um die Leverkusener Rheinbrücke spaltet weiterhin den Landtag von Nordrhein-Westfalen. Die Opposition wirft der Landesregierung vor, zentrale Dokumente zurückzuhalten und die Öffentlichkeit nicht über steigende Kosten zu informieren. Im Mittelpunkt des Konflikts stehen ein gekündigter Vertrag und die Angst vor einer immensen finanziellen Belastung.
Ursprünglich waren für den Neubau der Leverkusener Rheinbrücke Kosten in Höhe von etwa 52 Millionen Euro veranschlagt worden – bis der Vertrag mit dem Bauunternehmen Porr 2020 aufgelöst wurde. Seither schwelt der Streit, wobei die SPD nun vor einer möglichen Rechnung von bis zu 870 Millionen Euro warnt, falls Porr den Rechtsstreit gewinnt. Diese Summe umfasst Entschädigungszahlungen und Zinsen.
Der Landesverkehrsminister hat wiederholt auf die Zuständigkeit des Bundes verwiesen und den Begriff im Landtag bereits 24 Mal erwähnt. Anfang 2021 übernahm jedoch die Bundesgesellschaft Autobahn GmbH die Planung und den Bau aller Autobahnen – inklusive ihrer Brücken. Dieser Wechsel hat die Opposition nicht davon abgehalten, weiter nach Antworten zu drängen.
Kritiker behaupten, die Regierung halte dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss entscheidende Unterlagen vor. Zudem werde die Öffentlichkeit nicht ausreichend über die möglichen finanziellen Risiken für die Steuerzahler aufgeklärt. Die SPD spricht von einem drohenden "finanziellen Schwarzen Loch", sollte der Staat den Rechtsstreit verlieren.
Der juristische Streit um die Brücke ist noch immer nicht geklärt, und dem Land drohen potenzielle Kosten in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro. Die Opposition fordert weiterhin die vollständige Offenlegung aller Dokumente sowie eine klarere Kommunikation über die finanziellen Folgen. Das Ergebnis des Verfahrens könnte erhebliche Auswirkungen auf den Haushalt Nordrhein-Westfalens haben.






