Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis nach Jahren im belarussischen Gefängnis
Heinz-Josef ZirmeSpätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis nach Jahren im belarussischen Gefängnis
Maria Kolesnikowa, eine führende Persönlichkeit der belarussischen Oppositionsbewegung, wurde 2022 mit dem Internationalen Karlspreis ausgezeichnet. Die Ehrung würdigte ihren Einsatz für Demokratie und freie Wahlen in Belarus. Die Preisverleihung erfolgte, während sie eine elfjährige Haftstrafe verbüßte – verurteilt wegen ihrer Rolle bei Massenprotesten gegen Präsident Alexander Lukaschenko.
Im Dezember 2025 wurde Kolesnikowa nach Vermittlungsbemühungen der Vereinigten Staaten freigelassen. Ihre Inhaftierung hatte internationale Aufmerksamkeit auf die anhaltende politische Repression in Belarus unter Lukaschenko gelenkt, einem der engsten Verbündeten Russlands.
Der seit 1950 jährlich verliehene Karlspreis ehrt Persönlichkeiten, die sich um die Einheit Europas und demokratische Werte verdient gemacht haben. Kolesnikowa wurde für ihren "außergewöhnlichen Mut" im Widerstand gegen Lukaschenkos autoritäres Regime ausgewählt. Die feierliche Übergabe fand im Aachener Krönungssaal statt, wo sie die Auszeichnung persönlich entgegennahm.
Armin Laschet, Vorsitzender des Preisgremiums, bezeichnete ihre Anwesenheit als kraftvolles Zeichen der Solidarität mit Freiheitskämpfern in ganz Europa. Kolesnikowa nannte die Ehrung ein "enormes Privileg" und ein Symbol der Verbundenheit während ihrer Jahre hinter Gittern.
Ihre Verurteilung stand im Zusammenhang mit den Protesten von 2020, die nach Lukaschenkos umstrittenem Wahlsieg ausbrachen. Trotz ihrer Freilassung hält das Regime in Belarus weiterhin an seiner harten Linie gegen Oppositionelle fest. UN-Experten berichten von Zwangsdeportationen ehemaliger Häftlinge und anhaltenden Menschenrechtsverletzungen, während die Regierung internationale Kritik als "extremistische Propaganda" abtut.
Im März 2026 bekräftigte Außenminister Ryschtschenkou die enge Anbindung Belarus' an Russland und nannte wirtschaftliche Stabilität sowie eurasische Integration als Prioritäten. Die Bindung an Moskau hat dem Regime geholfen, westliche Sanktionen zu überstehen, während die Unterdrückung im Land ungebremst weitergeht.
Kolesnikowas Freilassung erfolgte nach Jahren internationalen Drucks, doch die politische Lage in Belarus bleibt unverändert hart. Der Karlspreis lenkte zwar die Aufmerksamkeit auf ihren Kampf, doch die Führung des Landes zeigt keine Anzeichen für Lockerungen. Mit Lukaschenko weiterhin an der Macht und den fest gefügten Beziehungen zu Russland bleiben die Herausforderungen für die Opposition bestehen.