Lionts dramatischer Aufstieg und Fall: Wie ein YouTube-Star an Shitstorms zerbrach
Gerlinde HeinrichLionts dramatischer Aufstieg und Fall: Wie ein YouTube-Star an Shitstorms zerbrach
Neue Doku: Der Aufstieg und Fall von YouTuber Liont und seine Beziehung zu Dagi Bee
Ein neuer Dokumentarfilm beleuchtet den dramatischen Aufstieg und Fall der Karriere des YouTubers Liont sowie seine viel beachtete Beziehung zu Dagi Bee. Der Film zeigt, wie einer der größten deutschen Internetstars mit massiver öffentlicher Kritik, psychischen Krisen und einer schonungslosen Abrechnung mit seinen Gegnern konfrontiert wurde – und welche Spuren dies hinterließ.
Die Geschichte beginnt in den frühen 2010er-Jahren, als Liont mit Comedy-Videos und einer erfolgreichen Musikkarriere zum bekannten Gesicht wurde. Doch sein Erfolg schlug bald in einen kulturellen Sturm um, der sein Leben und das seiner Mitmenschen nachhaltig prägte.
Unter dem Pseudonym LIONTTV avancierte Liont in den 2010ern zu einem der größten YouTube-Stars Deutschlands. Sein Kanal wuchs rasant und überschritt bereits 2014 die Marke von einer Million Abonnenten. Neben seinen Comedy-Inhalten hielt vor allem seine Beziehung zur ebenfalls erfolgreichen YouTuberin Dagi Bee ihn in den Schlagzeilen.
2015 veröffentlichte Liont sein Debütalbum "Löwenkind", das auf Platz 2 der offiziellen deutschen Charts einstieg. Doch mit dem Erfolg kam auch die Kritik: Der Rapper Gio veröffentlichte den Diss-Track "Kein Rapper", in dem er Lionts Musik und dessen Kommerzialisierung in den sozialen Medien verspottete. Die Angriffe eskalierten schnell – Fans schickten Hassnachrichten und sogar Todesdrohungen.
Die anhaltenden Online-Attacken setzten Liont schwer zu. Später offenbarten seine Aussagen, wie die Isolation und Feindseligkeit ihn in den Alkoholismus und eine tiefe psychische Krise trieben. Mittlerweile entschuldigten sich zentrale Figuren der Hetzkampagne, darunter Gio und der YouTuber HandOfBlood, für ihre Rolle in den Angriffen gegen ihn.
Nach einer Auszeit zur Behandlung kehrte Liont zur Content-Erstellung auf YouTube zurück. Der Dokumentarfilm hält nun diese turbulente Phase fest und zeigt, wie eine einst dominierende Internet-Persönlichkeit Ruhm, Shitstorms und den Weg zurück bewältigte.
Die Doku wirft ein Licht auf einen prägenden Moment der deutschen Internetkultur, in dem digitale Berühmtheit und öffentliche Zerrissenheit aufeinandertrafen. Lionts Geschichte – vom Chart-Erfolg bis zum Kampf mit der psychischen Gesundheit – verdeutlicht die langfristigen Folgen digitaler Hetze.
Während Dagi Bees weiterer Werdegang nach der Trennung weniger dokumentiert ist, dient Lionts Erfahrung als Fallbeispiel für die Belastungen, denen Social-Media-Stars ausgesetzt sind. Gleichzeitig markiert der Film einen Wandel: Ehemalige Kritiker räumen heute ein, welchen Schaden ihr Handeln angerichtet hat.
