Letzte Rodung des "Sündenwalds" in Manheim beginnt trotz Proteste und Betretungsverbot
Heinz-Josef ZirmeLetzte Rodung des "Sündenwalds" in Manheim beginnt trotz Proteste und Betretungsverbot
Der letzte verbliebene Abschnitt des „Sündenwalds“ in Manheim soll in den kommenden Tagen gerodet werden. Aktivistinnen und Aktivisten besetzen das Gebiet seit Monaten, verzögerten dadurch die Räumung und veranlassten die Stadt Kerpen, ein striktes Betretungsverbot zu verhängen. Im Mittelpunkt des Streits stehen die Pläne des Energiekonzerns RWE, das Gelände für ein großes Seeprojekt im Zusammenhang mit seinem Tagebau zu nutzen.
Ursprünglich sollte der „Sündenwald“ bis Ende 2024 gerodet werden. Doch Protestierende verschanzten sich in Baumhäusern und verhinderten so eine vollständige Räumung. Seitdem hält sich eine kleine Gruppe von etwa fünf bis zehn Personen im Wald auf, die in Zelten, Hütten und behelfsmäßigen Unterkünften lebt.
Die Stadt Kerpen hat nun ein Betretungsverbot für alle Außenstehenden verhängt, das ab dem 6. Oktober um Mitternacht in Kraft tritt. Behörden warnten vor „schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen für die RWE Power AG“, sollte es zu weiteren Verzögerungen kommen. Der Energiekonzern besitzt nahezu das gesamte Brachland in Manheim und plant, rund 250 Millionen Kubikmeter Erde zu verwenden, um Abraumhalden für sein Projekt „Wasser marsch“ einebnen zu lassen, das 2030 beginnen soll.
Als Reaktion darauf hat die Widerstandsbewegung die Öffentlichkeit um Unterstützung gebeten und ruft zu Sachspenden wie Lebensmitteln und Kleidung auf. Für Montag, 11:00 Uhr, ist eine Pressekonferenz vor Ort angesetzt, bei der Aktivistinnen und Aktivisten zur aktuellen Lage Stellung nehmen wollen.
Die Rodung des „Sündenwalds“ markiert die letzte Phase eines langwierigen Konflikts zwischen Aktivisten und Behörden. Da RWE für sein Seeprojekt auf das Gelände angewiesen ist, ermöglicht die Räumung dem Konzern, seine Pläne voranzutreiben. Das Betretungsverbot der Stadt bleibt bis zur vollständigen Räumung des Gebiets in Kraft.






