28 March 2026, 12:13

Lehrerin soll 16 Jahre lang krankgeschrieben gewesen sein – und trotzdem gearbeitet haben

Ein Mann sitzt an einem Schreibtisch mit Büchern und Gegenständen vor einer Gruppe von Kindern, mit Papieren an der Wand dahinter, was auf eine Unterrichtssituation hinweist, in der er wahrscheinlich ein Lehrer ist.

Lehrerin soll 16 Jahre lang krankgeschrieben gewesen sein – und trotzdem gearbeitet haben

Eine Lehrerin des Berufskollegs Wesel steht unter Strafverfolgung, nachdem sie mutmaßlich über 16 Jahre lang krankgeschrieben blieb – während sie gleichzeitig als Heilpraktikerin arbeitete und weiterhin ihr volles Gehalt vom Land Nordrhein-Westfalen bezog. Die Behörden verdächtigen sie nun des Betrugs und der Amtsmissbrauchs.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht eine Pädagogin, die seit mindestens 2008 durchgehend krankgeschrieben ist. Trotz ihrer Abwesenheit im Unterricht soll sie eine Praxis für Alternativmedizin betrieben und damit Einkünfte erzielt haben, während der Staat ihr Gehalt in voller Höhe weiterzahlte. Eine offizielle ärztliche Überprüfung ihrer Arbeitsunfähigkeit wurde offenbar nie eingeleitet.

Die Staatsanwaltschaft prüft, ob die Lehrerin durch falsche Angaben gegenüber dem Land gewerbsmäßigen Betrug begangen hat. Die Vorwürfe beziehen sich derzeit auf den Zeitraum von 2021 bis 2025, da frühere mögliche Straftaten bereits verjährt sein könnten. Neben der Lehrerin gerät auch ein Mitarbeiter des Landschaftsverbands Rheinland in Düsseldorf in den Fokus – ihm wird vorgeworfen, seine Dienstpflichten verletzt zu haben.

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Letzte Woche durchsuchten Ermittler die Wohnung der Beschuldigten in Duisburg. Dabei beschlagnahmten sie Unterlagen, digitale Speichermedien sowie Belege für ihre Tätigkeit als Heilpraktikerin. Der Fall hat das Land Nordrhein-Westfalen veranlasst, schärfere Kontrollen bei langfristigen oder wiederholten Krankschreibungen anzukündigen. Künftig sollen ungewöhnliche Fehlzeitenmuster früher erkannt und die Transparenz in der Aufsicht verbessert werden.

Der Fall der Lehrerin offenbart gravierende Lücken in der Handhabung langfristiger Krankschreibungen. Nordrhein-Westfalen will nun die Verfahren verschärfen, um ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern. Die Ermittlungen laufen noch – die Staatsanwaltschaft wertet die sichergestellten Beweismittel aus, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden.

Quelle