Lamin Leroy Gibba revolutioniert mit Black Fruits das deutsche Fernsehen
Heinz-Josef ZirmeDu hast keine Rollen für Schwarze Menschen? Dann 'Auf Wiedersehen, Deutschland!' - Lamin Leroy Gibba revolutioniert mit Black Fruits das deutsche Fernsehen
Lamin Leroy Gibba hat mit seiner bahnbrechenden Serie Black Fruits die deutsche Fernsehlandschaft aufgemischt. Die von ihm kreierte, geschriebene und mit Hauptrolle besetzte Produktion erzählt die Geschichte von Lalo, einem schwarzen, schwulen Mann aus Hamburg. Trotz anfänglicher Skepsis über den Erfolg der Serie erntete sie nicht nur Kritikerlob, sondern wurde auch mehrfach ausgezeichnet.
Gibbas Weg begann in Deutschland, wo er bereits mit elf Jahren Diskriminierung erlebte: Wegen seiner Hautfarbe wurde er von einer Schul-Theaterproduktion ausgeschlossen. Jahre später, nach einem Studium in Schauspiel, Regie und Drehbuch an der New School der New York University, kehrte er mit der Idee zu Black Fruits nach Berlin zurück. Während seines USA-Aufenthalts lernte er Branchengrößen wie Julianne Moore und Emma Stone kennen.
Anfangs galt die Serie als riskantes Projekt. Branchenkenner fragten sich, ob eine Geschichte mit einer so spezifischen Perspektive und einem unbekannten Ensemble in Deutschland auf Publikum stoßen würde. Doch Gibba ließ sich nicht beirren – angetrieben von seiner Leidenschaft für Lalos Geschichte. Sein Durchhaltevermögen zahlte sich aus: Black Fruits erhielt Anerkennung, darunter eine Nominierung für den renommierten Grimme-Preis.
Schon vor dem Erfolg der Serie hatte sich Gibba einen Namen gemacht. Er wurde in die Forbes-Liste "30 unter 30" aufgenommen und gewann einen Preis für einen Kurzfilm. 2021 schloss er sich mit über 180 queeren deutschen Schauspieler:innen der Initiative Act Out an, die sich für mehr LGBTQ+-Repräsentation in der Branche einsetzt.
Mittlerweile wurde Gibba für seine Arbeit an Black Fruits mit dem Bayerischen Fernsehpreis, dem sogenannten Blauen Panther, ausgezeichnet. Zwar erhielt die Serie selbst keine weiteren Grimme-Preis-Nominierungen, doch seine persönliche Auszeichnung unterstreicht die Wirkung des Projekts.
Gibbas Geschichte steht für persönliche Widerstandsfähigkeit und kreativen Ehrgeiz. Black Fruits hat Erwartungen widerlegt und bewiesen, dass es in den deutschen Medien ein Publikum für vielfältige Erzählungen gibt. Die Serie und ihr Schöpfer brechen weiterhin Neuland auf – weitere Auszeichnungen dürften folgen.






