Kupfertafel Warnung vor dem Vergessen
Eine lange verschollene Kupfertafel zur Ehrung der Toten aus Deutschlands Ostgebieten hat im Dülkener Rathaus eine dauerhafte Bleibe gefunden. Das Relief mit dem Titel „Gedenkt der Toten der deutschen Ostgebiete im deutschen Osten“ war einst Teil eines Denkmals auf dem Dülkener Friedhof, bevor es jahrelang verschollen blieb. Nach seiner Wiederentdeckung im Jahr 2024 wird es nun im Wartebereich des Gebäudes ausgestellt.
Die Tafel war ursprünglich zwischen 1966 und 1969 als Teil des „Kreuzes des deutschen Ostens“ angebracht worden. Dort verblieb sie bis 2005, als sie entfernt und durch eine Stele mit zwei beschrifteten Tafeln ersetzt wurde. Nach der Demontage ging sie in den Besitz der Landsmannschaft Ostpreußen, Westpreußen und Danzig über – einer Studentenverbindung mit Wurzeln in den akademischen Traditionen des 19. Jahrhunderts. Die Gruppe plante, das Relief in der Ostdeutschen Heimatstube in Viersen auszustellen, doch diese Pläne wurden nie umgesetzt. Stattdessen wurde die Tafel vorübergehend im Kreishaus Viersen eingelagert, bevor sie während Renovierungsarbeiten abtransportiert wurde.
2024 spürte der Dülkener Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) das verschwundene Relief auf. Gemeinsam mit der Stadt Viersen organisierte der Verein die Rückführung. Die Mitglieder der Landsmannschaft – viele von ihnen mit Hintergrund in Wissenschaft, Kunst und Handel – nutzten ihre Netzwerke, um die Herkunft der Tafel zu überprüfen und ihre Rückgabe zu verhandeln. Ihr Engagement sorgte dafür, dass das Stück erhalten blieb und nicht in Privatbesitz verschwand. Bei der Rückkehr überwachten Bürgermeister Christoph Hopp, der stellvertretende Bürgermeister Ertunç Deniz, die VVV-Vorsitzende Ramona Vahle-Bonsels sowie der Zeitzeuge Jürgen Zauner die endgültige Anbringung der Tafel. Die Zeremonie markierte das Ende einer jahrzehntelangen Suche und den Beginn ihrer neuen Rolle als öffentliches Mahnmal.
Die Tafel hängt nun im Dülkener Rathaus, wo Besucher sie im Wartebereich besichtigen können. Ihre Platzierung ist das Ergebnis einer gemeinsamen Initiative zur Restaurierung und Bewahrung eines Stücks lokaler Geschichte. Stadt und VVV haben sichergestellt, dass das Denkmal im Rahmen der laufenden Denkmalschutzbemühungen weiterhin zugänglich bleibt.
