15 March 2026, 04:10

Kriminelles Netzwerk entsorgt illegal Giftmüll in ganz NRW – Großkonzerne verwickelt

Ein Schild am Straßenrand trägt die Aufschrift "Meldung von illegaler Müllentsorgung und Verschmutzung" mit Bäumen und Pflanzen im Hintergrund und einer Tafel mit Text im Vordergrund.

Kriminelles Netzwerk entsorgt illegal Giftmüll in ganz NRW – Großkonzerne verwickelt

Eine groß angelegte Ermittlung zu illegaler Entsorgung gefährlicher Abfälle hat ein kriminelles Netzwerk aufgedeckt, das in ganz Nordrhein-Westfalen operiert. Die Behörden bringen mehrere bekannte Unternehmen mit dem Skandal in Verbindung, darunter die Erdinger Weißbräu und den Entsorgungsriesen REMONDIS. Die von der Zentralstelle für Umweltstrafsachen (ZfU) geleitete Untersuchung förderte großflächigen Betrug mit Chemierückständen und Asbest in zentralen Industriegebieten zutage.

Die Ermittlungen begannen vor mehr als 18 Monaten und konzentrierten sich zunächst auf einen Abfallmakler aus Unna. Ihm wird nun vorgeworfen, illegale Deponien betrieben, mit gefährlichen Stoffen unsachgemäß umgegangen und organisierten Betrug orchestriert zu haben. Seit Januar 2024 soll er gemeinsam mit Komplizen giftige Abfälle angenommen, vermischt und umetikettiert haben, um sowohl Kunden als auch Aufsichtsbehörden zu täuschen.

Bei einer Durchsuchung seines Fahrzeugs wurden 120.000 Euro in bar, 200 Gramm Gold und weitere Wertgegenstände sichergestellt. Der Beschuldigte sitzt seit Oktober vergangenen Jahres in Untersuchungshaft. Es ist nicht sein erster Verstoß: Zwischen 2010 und 2013 war er bereits an der illegalen Ablagerung von 25.000 Tonnen Ölpellets in Schermbeck beteiligt.

Die Aktivitäten des Netzwerks hinterließen eine Spur der Verseuchung. In einem Fall wurden 23.000 Tonnen belastete Erde auf einem Gewerbegebiet in Selfkant nahe der niederländischen Grenze abgeladen – der betroffene Kunde musste dafür 360.000 Euro zahlen. Mehrere Standorte, darunter der Tagebau Garzweiler, stehen unter Verdacht. Neben Großunternehmen sind auch kleinere Entsorger wie die Abfall Service Dortmund und die NRW Entsorgung GmbH in die Affäre verwickelt.

Als Reaktion hat die Stadt Gelsenkirchen rechtliche Schritte eingeleitet, um Abfallerzeuger und -lieferanten nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz zur Verantwortung zu ziehen.

Die Erkenntnisse der ZfU deuten auf systematische Täuschungen im Umgang mit gefährlichen Abfällen in der gesamten Region hin. Angesichts der Vielzahl beteiligter Firmen und Standorte dürften die finanziellen und ökologischen Folgen weiter wachsen. Die Behörden erweitern die Ermittlungen kontinuierlich, während neue Beweise ans Licht kommen.

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