Krebs bleibt in NRW tödlich – Verdauungstumore führen die Statistik an
Heinz-Josef ZirmeFast jeder Vierte stirbt an Krebs - Krebs bleibt in NRW tödlich – Verdauungstumore führen die Statistik an
Krebs bleibt in Nordrhein-Westfalen eine der häufigsten Todesursachen und ist für etwa jeden vierten Sterbefall verantwortlich. Allein im Jahr 2024 starben über 51.000 Einwohnerinnen und Einwohner an der Krankheit – dabei standen Tumore des Verdauungssystems sowohl bei Männern als auch bei Frauen an der Spitze der Todesstatistik.
Die aktuellen Zahlen zeigen deutliche Muster in der Krebssterblichkeit im Land. Krebserkrankungen des Verdauungssystems waren mit 30 Prozent der Todesfälle bei Männern und 27,2 Prozent bei Frauen am tödlichsten. Bei Männern folgten bösartige Tumore der männlichen Geschlechtsorgane als dritthäufigste Todesursache (12 Prozent), während Brustkrebs bei Frauen mit 16,5 Prozent den dritten Platz belegte.
Regionale Unterschiede bestanden weiterhin, wenn auch mit leichter Verringerung im Vergleich zum vorigen Jahrzehnt. Herne verzeichnete 2024 die höchste Sterberate mit 345 Todesfällen pro 100.000 Einwohner. Bonn wies mit 218 pro 100.000 die niedrigste Rate auf. Städte wie Gelsenkirchen und Duisburg verzeichneten seit 2015 einen Rückgang um 12 bis 15 Prozent, während Bonn und Münster stabil bei etwa 140 bis 150 Todesfällen pro 100.000 blieben.
Landesweit sank die Krebssterblichkeit innerhalb von zehn Jahren von 293 auf 284 Todesfälle pro 100.000 Einwohner. Trotz dieser Verbesserung lag das durchschnittliche Sterbealter an Krebs 2024 bei 75,3 Jahren – und damit vier Jahre unter dem allgemeinen Durchschnittsalter von 79,4 Jahren.
Die Daten verdeutlichen anhaltende Unterschiede in der Krebssterblichkeit innerhalb Nordrhein-Westfalens, auch wenn einige Regionen Fortschritte zeigen. Da Verdauungskrebse weiterhin die tödlichsten sind, konzentrieren sich die Bemühungen des öffentlichen Gesundheitswesens weiterhin auf Prävention und Früherkennung. Gleichzeitig unterstreichen die Zahlen die anhaltende Lücke in der Lebenserwartung zwischen Krebspatienten und der Gesamtbevölkerung.
