20 December 2025, 21:57

Krankenhausgewalt: Können Bodycams die Sicherheit von Gesundheitsarbeitern verbessern?

Mehrere Kameras verschiedener Typen mit Text darüber und darunter.

Krankenhausgewalt: Können Bodycams die Sicherheit von Gesundheitsarbeitern verbessern?

Gewalt in Krankenhäusern: Können Bodycams das Pflegepersonal schützen?

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Zunehmende Angriffe auf Krankenhausmitarbeiter: NRW-Kliniken testen Körperkameras als Schutz. Was sie bringen – und wo die Grenzen liegen.

  1. Dezember 2025, 18:36 Uhr

Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen verzeichnen einen dramatischen Anstieg gewalttätiger Übergriffe auf Mitarbeiter. Zwischen 2017 und 2024 stiegen die Vorfälle um über 34 Prozent – allein im vergangenen Jahr wurden 1.705 Fälle registriert. Angesichts dieser besorgniserregenden Entwicklung greifen einige Einrichtungen nun zu drastischen Maßnahmen: Sie testen den Einsatz von Körperkameras zum Schutz des Personals.

Als Gründe für die zunehmende Aggression gelten längere Wartezeiten sowie ein genereller Rückgang des Respekts gegenüber medizinischem Fachpersonal. Besonders schwerwiegend war ein Angriff im September 2024 im Essener Elisabeth-Krankenhaus, bei dem sechs Mitarbeiter verletzt wurden. Viele Kliniken berichten mittlerweile, dass sich Angestellte unsicher fühlen – einige legen sogar ihre Namensschilder ab, um nicht gezielt angegriffen zu werden.

Das Dortmunder Krankenhaus geht nun neue Wege und plant ab 2026 den Einsatz von Bodycams. Unter der Leitung von Dr. Lars Gabriel soll das Pilotprojekt Übergriffe abschrecken und gleichzeitig Beweismaterial für mögliche Strafverfolgung liefern. Die Kameras würden nur in Hochrisikosituationen aktiviert, wobei Betroffene vorher über die Aufnahme informiert werden. Dennoch gibt es Bedenken: Kritiker fragen sich, ob der Einsatz die Patientendatenschutzrechte verletzt oder ob die Kameras aggressive Personen zusätzlich provozieren könnten. Die Klinik hat bereits vorsorglich die Sicherheit erhöht – etwa durch den Einsatz einer Nachtwache in der Notaufnahme. Dennoch räumen Verantwortliche ein, dass Bodycams wohl nur ein Baustein einer umfassenderen Strategie sein werden, zu der auch mehr Schulungen und zusätzliches Personal gehören.

Der Schritt, Mitarbeiter mit Körperkameras auszustatten, unterstreicht die wachsende Dringlichkeit, der Gewalt am Arbeitsplatz im Gesundheitssektor entgegenzuwirken. Zwar könnte die Maßnahme abschreckend wirken – ihr Erfolg hängt jedoch davon ab, Sicherheitsbedürfnisse und Patientenschutz in Einklang zu bringen. Angesichts weiter steigender Vorfälle suchen Krankenhäuser weiterhin nach weiteren Lösungen.