Klesch Group übernimmt BP-Raffinerie in Gelsenkirchen für 2026
Die Klesch Group hat sich mit dem britischen Energiekonzern BP auf den Kauf der Raffinerie in Gelsenkirchen geeinigt – einer der größten integrierten petrochemischen Standorte Europas. Der Deal soll voraussichtlich Mitte 2026 abgeschlossen werden, steht jedoch noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen. Die Kanzlei Clifford Chance beriet Klesch bei der Übernahme.
Die Anlage in Gelsenkirchen verarbeitete einst jährlich rund 12 Millionen Tonnen Rohöl. In den vergangenen fünf Jahren zog sich BP schrittweise zurück: 2022 drosselte das Unternehmen die Verarbeitung auf 8 Millionen Tonnen, bevor es den Standort 2023 zu einer Bioraffinerie umwidmete, die sich auf nachhaltige Kraftstoffe wie HVO (hydriertes Pflanzenöl) konzentriert. 2025 stellte BP den Betrieb vollständig ein – verbunden mit dem Abbau von 270 Arbeitsplätzen im Rahmen seiner Dekarbonisierungsstrategie.
Die Raffinerie, die zu Deutschlands größten Ethylen-Produzenten zählt, beschäftigt derzeit etwa 2.300 Mitarbeiter. Hier werden Benzin, Diesel, Flugkraftstoff, Heizöl und über 50 weitere Produkte hergestellt. Die Klesch Group, 1990 gegründet, betreibt bereits Raffinerien in Heide (Deutschland) und Kalundborg (Dänemark) und beschäftigt in ihren Werken rund 1.000 Menschen.
Mit der Übernahme erweitert Klesch sein Raffinerie-Portfolio. Die endgültige Freigabe durch die Aufsichtsbehörden steht jedoch noch aus; der Abschluss der Transaktion ist für das zweite Quartal 2026 geplant. Wie der Standort unter der neuen Führung künftig betrieben wird, ist bisher nicht detailliert bekannt gegeben worden.






