Kirchenaustritte in NRW sinken – doch der Mitgliederschwund bleibt dramatisch
Gerlinde HeinrichKirchenaustritte in NRW legen leicht zurück - Kirchenaustritte in NRW sinken – doch der Mitgliederschwund bleibt dramatisch
Weniger Austritte aus der katholischen Kirche in Nordrhein-Westfalen – doch der Schwund hält an
Im Jahr 2025 haben in Nordrhein-Westfalen weniger Menschen die katholische Kirche verlassen als im Vorjahr. Trotz dieses Rückgangs bleibt die Zahl der Austritte zum dritten Mal in Folge auf hohem Niveau. Gleichzeitig schrumpft die Gesamtzahl der Katholiken in der Region weiter: von 5,8 Millionen auf 5,6 Millionen.
Laut offiziellen Angaben traten im vergangenen Jahr 84.440 Personen formal aus der katholischen Kirche in Nordrhein-Westfalen aus – weniger als 2024, doch der Trend hoher Austrittszahlen hält an. Auch die evangelische Kirche verzeichnete weniger Austritte; insgesamt verließen 152.783 Menschen beide Konfessionen.
Das Erzbistum Köln meldete jedoch auch positive Entwicklungen, darunter eine Zunahme an Erwachsenentaufen und eine höhere Messbesucherzahl. Generalvikar Guido Assmann wertete diese Signale als ermutigende Anzeichen für die Zukunft der Kirche. Dennoch übersteigen Sterbefälle und Austritte nach wie vor die Zahl der Neuaufnahmen und Taufen in der Region.
Der Kirchenrechtler Thomas Schüller relativierte die optimistischen Zahlen als oberflächlich. Er warnte, dass tiefgreifende Probleme wie das wachsende Misstrauen gegenüber der Kirche weiterhin ungelöst seien.
Obwohl die Austrittszahlen gesunken sind, steht die katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen weiterhin vor einem kontinuierlichen Mitgliederschwund. Der Rückgang der Austritte hat den allgemeinen Abwärtstrend nicht umgekehrt, da Sterbefälle und Kündigungen die Zugänge überwiegen. Trotz vereinzelter Wachstumssignale bei der Bindung der Gläubigen sehen Kirchenvertreter die kommenden Herausforderungen mit Sorge.