Kiekert meldet vorläufige Insolvenz – chinesischer Eigentümer blockiert Millionenhilfen
Heinz-Josef ZirmeChinesischer Eigentümer möchte Kiekert behalten - Kiekert meldet vorläufige Insolvenz – chinesischer Eigentümer blockiert Millionenhilfen
Kiekert, weltweit führender Hersteller von Fahrzeugverriegelungssystemen, hat vorläufige Insolvenzverfahren eingeleitet. Ein deutsches Gericht leitete das Verfahren letzte Woche ein, nachdem der chinesische Eigentümer Lingyun notwendige Finanzmittel nicht bereitgestellt hatte. Dennoch bleiben alle Kiekert-Standorte in Betrieb, und die Löhne der Mitarbeiter sind bis November gesichert.
Das Amtsgericht Wuppertal eröffnete das vorläufige Insolvenzverfahren für die Kiekert AG aufgrund von Liquiditätsbedenken. Das Unternehmen, das weltweit 4.500 Beschäftigte zählt, geriet in finanzielle Schwierigkeiten, nachdem Lingyun hunderte Millionen Euro an zugesagten Geldern vorenthielt. Dadurch war Kiekert nicht mehr in der Lage, seinen Verpflichtungen nachzukommen, was die gerichtliche Intervention erforderlich machte.
Lingyun hatte Kiekert 2012 übernommen und damit die Kontrolle über einen Konzern erlangt, der für die Erfindung der modernen Zentralverriegelung bekannt ist. Doch Vorwürfe des Vorstandsvorsitzenden Jérôme Debreu zielen darauf ab, dass der chinesische Anteilseigner den Zugang zu wichtigen Märkten und Finanzmitteln blockiert habe – und damit das Unternehmen in Gefahr gebracht habe. Von der Insolvenz sind die ausländischen Tochtergesellschaften in Europa, Asien und Nordamerika nicht betroffen; diese arbeiten weiterhin wie gewohnt.
Die Unternehmensführung strebt nun an, sich aus dem Einfluss von Lingyun zu lösen, um das Wachstum zu beschleunigen und das 168-jährige Erbe Kiekerts als bedeutender Automobilzulieferer zu bewahren. Lingyun hingegen betont, das Unternehmen weiterhin unter seiner Kontrolle halten zu wollen, während es gleichzeitig die Sorgen der Gläubiger angehe und die Zukunft des Konzerns sichere.
Im Mittelpunkt der Insolvenzverfahren steht die Stabilisierung der Finanzen Kiekerts sowie die Sicherung des langfristigen Betriebs. Die Löhne bleiben vorerst geschützt, und die Produktion läuft ohne Unterbrechungen weiter. Das Ergebnis wird zeigen, ob das Unternehmen unter chinesischer Führung bleibt oder einen anderen Weg der Erholung einschlägt.






