09 March 2026, 12:14

Kathrin Marchand schreibt bei Paralympics 2026 in Mailand Sportgeschichte

Ein Magazin-Cover mit der Überschrift "Sporttime Magazine - März 1996", das Bilder von Menschen beim Skifahren und Snowboarden zeigt, zusammen mit Text und Logos.

Kathrin Marchand schreibt bei Paralympics 2026 in Mailand Sportgeschichte

Kathrin Marchand wird bei den Winter-Paralympics 2026 in Mailand-Cortina Geschichte schreiben. Die 35-jährige Athletin wird als erste Person sowohl bei Olympischen als auch bei Paralympischen Spielen antreten – und das sowohl bei Sommer- als auch bei Wintereditionen. Ihr Weg dorthin war alles andere als gewöhnlich: geprägt von einem Karrierewechsel, einem lebensverändernden Schlaganfall und einem überraschenden Comeback in den Spitzensport.

Ursprünglich war Marchand als Ruderin aktiv und vertrat Deutschland bei den Olympischen Spielen 2012 in London und 2016 in Rio de Janeiro. Doch 2021 beendete ein Schlaganfall abrupt ihre Ruderkarriere. Zurück blieben Sehbeeinträchtigungen auf beiden Augen, eingeschränkte Bewegungsfähigkeit auf der linken Körperseite und Schwierigkeiten bei der Bewältigung mehrerer Aufgaben gleichzeitig. Sie zog sich aus dem Leistungssport zurück und wollte sich auf ihre medizinische Laufbahn als Ärztin konzentrieren.

Ein Fernsehbericht über Parasport weckte jedoch erneut ihren Wettkampfgeist. Sie kündigte ihre Festanstellung als Ärztin, um sich ganz dem Training im Skilanglauf zu widmen. Trotz ihrer körperlichen Einschränkungen machte sie schnell Fortschritte und erreichte bei Weltcups in Finsterau und Jakuszyce in Rennen der klassischen Technik die Plätze fünf, vier und schließlich sogar zwei.

Ihr Paralympics-Debüt beginnt am Dienstag mit dem klassischen Sprint, gefolgt vom 10-Kilometer-Rennen in klassischer Technik am Mittwoch. Als Novum wird sie dabei nicht den üblichen Ganzkörperanzug tragen, sondern mit knielangen Hosen und einem kurzärmeligen Shirt an den Start gehen. Langfristig könnte auch eine Karriere im Biathlon möglich sein – allerdings räumt sie ein, dass ihre Skating-Fähigkeiten dafür noch deutlich verbessert werden müssen.

Marchands Rückkehr in den Spitzensport markiert einen seltenen Wechsel zwischen olympischem und paralympischem Sport. Ihre Auftritte in Mailand-Cortina werden nicht nur wegen möglicher Medaillen, sondern auch wegen des Präzedenzfalls, den sie schafft, mit Spannung verfolgt. Nach einem Schlaganfall und einer kompletten Neuorientierung steht sie nun als einzigartige Persönlichkeit in der Geschichte des Wintersports da.

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