Jagd & Hund in Dortmund: Tradition, Kontroversen und tausende Jagdhunde im Fokus
Mirjana SchachtJagdmesse lockt mit Hirschrufen, Jagdwissen und Neuheiten - Jagd & Hund in Dortmund: Tradition, Kontroversen und tausende Jagdhunde im Fokus
Europas größte Jagdmesse, die Jagd & Hund, öffnet am Dienstag in Dortmund ihre Tore und läuft bis Sonntag. Zehntausende Besucher werden zu der Veranstaltung erwartet, auf der über 700 Aussteller aus 36 Ländern vertreten sind. Die Messe steht bereits in der Kritik, weil sie Trophäenjagd-Reisen nach Afrika bewirbt – ein Thema, das unter Tierschützern kontroverse Debatten ausgelöst hat.
Das fünftägige Event präsentiert ein breites Spektrum jagdbezogener Aktivitäten. Mehr als 1.300 Jagdhunde aus 59 Rassen demonstrieren ihr Können, während Falknereivorführungen das Programm bereichern. Am Freitag können Besucher zudem Deutschlands beste Hirschrufer im Wettbewerb erleben – eine Hommage an traditionelle Lockjagdtechniken.
Moderne Ausrüstung wie Schusswaffen, Geländefahrzeuge und die neueste Jagdausstattung wird ausgestellt. Praktische Vorträge zu Jagdfertigkeiten ergänzen Seminare zur Wildbretverarbeitung und Fleischzerlegung. Beim Wild Food Festival bereiten Köche frische Wildgerichte zu, bieten Verkostungen an und geben Tipps zur hygienischen Fleischverarbeitung. Besonders umstritten ist die Bewerbung afrikanischer Jagdreisen auf der Messe. Tierschützer fordern ein Verbot der Vermarktung solcher Angebote, doch die Verantwortlichen hinter den Reisen bleiben anonym. Gleichzeitig bleibt die deutsche Jägerschaft stark: Fast 468.000 Menschen besitzen bundesweit einen Jagdschein – allein in Nordrhein-Westfalen sind es knapp 100.000.
Die Jagd & Hund festigt ihren Ruf als bedeutende internationale Leitmesse und zieht Aussteller sowie Besucher aus ganz Europa an. Während sie Jagdtraditionen und Innovationen feiert, sorgt die Präsentation von Trophäenjagden für anhaltende Kritik. Bis Sonntag bietet die Messe ein Mix aus Vorführungen, Wettbewerben und Branchenpräsentationen.
