IW drängt auf stärkere EU-Handelsbeziehungen mit den Golfstaaten trotz Nahost-Konflikt
Gerlinde HeinrichIW drängt auf stärkere EU-Handelsbeziehungen mit den Golfstaaten trotz Nahost-Konflikt
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) fordert engere Handelsbeziehungen zwischen der EU und den Golfstaaten – trotz der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten. Eine aktuelle Studie zeigt Chancen für deutsche Unternehmen auf, insbesondere bei der Reparatur von Energieinfrastrukturen sowie bei diversifizierten Exporten wie Autos und Pharmaprodukten.
Deutschland exportiert bereits Maschinen, Fahrzeuge und medizinische Erzeugnisse in die Golfregion. Doch das IW sieht noch größeres Potenzial, vor allem da Länder wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate aktiv nach neuen Handelspartnern suchen.
Der Anteil der EU an den Importen der Golfstaaten ist von 26 Prozent im Jahr 2004 auf nur noch 18 Prozent heute gesunken. Um diesen Trend umzukehren, schlägt das IW Verhandlungen über ein Handelsabkommen vor, das unter anderem den Bezug von kohlenstoffarmem Stahl und günstigem Wasserstoff aus der Region ermöglichen könnte.
Gleichzeitig hat der Krieg die Energieinfrastruktur in der Golfregion stark in Mitleidenschaft gezogen – hier sind umfangreiche Reparaturen nötig. Deutsche Maschinenbauer sind dank ihrer Expertise in diesem gefragten Sektor gut aufgestellt, um solche Aufträge zu übernehmen.
Ein Handelsabkommen könnte deutschen Unternehmen neue Türen öffnen und der EU gleichzeitig den Zugang zu wichtigen Rohstoffen sichern. Der Vorschlag des IW kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Golfstaaten ihre wirtschaftlichen Verbindungen diversifizieren wollen – und damit europäische Exporteure vor neue Möglichkeiten stellen.






