05 February 2026, 08:18

Islamischer Unterricht stärkt junge Muslime und fördert demokratische Werte in NRW

Ein aufgeschlagenes Buch mit einer Weltkugel und einer Palme darauf, umgeben von einem grünen Band, mit der Sonne im Hintergrund und lesbarem Text auf der offenen Seite.

Islamischer Unterricht stärkt junge Muslime und fördert demokratische Werte in NRW

Islamischer Religionsunterricht (IRU) in Nordrhein-Westfalen zeigt positive Auswirkungen auf Schülerinnen und Schüler – das geht aus einem neuen Bericht hervor. Das Programm, das derzeit an 247 Schulen angeboten wird, hilft jungen Muslimen, ein offeneres Verständnis ihres Glaubens zu entwickeln und demokratische Werte zu stärken. Nun mehren sich die Forderungen, es flächendeckend im Land und darüber hinaus auszuweiten.

Rund 32.000 Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen nehmen derzeit am IRU teil, unterrichtet von 332 zugelassenen Lehrkräften. Bei etwa 500.000 muslimischen Kindern und Jugendlichen im Land bleibt die Reichweite des Programms jedoch begrenzt. Zudem gibt es Bedenken, ob die beteiligten muslimischen Verbände die Vielfalt der Glaubensrichtungen unter den Schülerinnen und Schülern ausreichend repräsentieren.

Der Bericht hebt deutliche Vorteile für die Teilnehmenden hervor: Schülerinnen und Schüler mit längerer IRU-Erfahrung verfügen über eine höhere religiöse Bildung und neigen seltener zu starren, dogmatischen Ansichten. Viele beschreiben den Unterricht als relevant, motivierend und bereichernd. Zudem scheint das Curriculum dem Einfluss sozialer Medien entgegenzuwirken, wo ein hoher Konsum bestimmter religiöser Inhalte mit rückschrittlicheren Einstellungen in Verbindung gebracht wird.

Bundesweit sind im Schuljahr 2024/25 mindestens 81.000 muslimische Schülerinnen und Schüler im IRU angemeldet. Das Fach wird in elf Bundesländern angeboten, darunter Bayern, Berlin und Hessen, doch kein Land deckt den Bedarf vollständig ab – Gründe sind Lehrkräftemangel und logistische Herausforderungen. Bildungsministerin Dorothee Feller unterstützt die Ausweitung und betont die Rolle des IRU dabei, Jugendlichen zu helfen, sich in der digitalen Welt zurechtzufinden.

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Der Bericht empfiehlt, den IRU auf alle Schulformen auszuweiten, die Lehrerausbildung zu verbessern und stärker auf gesellschaftlich relevante Themen sowie Medienkompetenz zu fokussieren. Befürworter argumentieren, dass ein gut strukturiertes Programm demokratische Identität und kritisches Denken bei jungen Muslimen fördert.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der IRU eine Schlüsselrolle dabei spielt, das religiöse Verständnis und das demokratische Engagement der Schülerinnen und Schüler zu prägen. Eine Ausweitung des Programms könnte Versorgungslücken schließen und mehr jungen Muslimen Zugang zu einer strukturierten, weltoffenen religiösen Bildung ermöglichen. Die nächsten Schritte hängen von politischen Entscheidungen und Investitionen in die Gewinnung und Ausbildung von Lehrkräften ab.