Indischer Stahlriese Jindal will Thyssenkrupp-Stahlsparte übernehmen – und investiert Milliarden
Mirjana SchachtIndischer Stahlriese Jindal will Thyssenkrupp-Stahlsparte übernehmen – und investiert Milliarden
Der indische Stahlproduzent Jindal Steel hat ein unverbindliches Angebot für den Kauf der Stahlsparte von Thyssenkrupp vorgelegt. Der Vorstand des deutschen Konzerns wird das Gebot nun prüfen – mit besonderem Fokus auf die finanzielle Solidität, die Umweltauswirkungen und die Arbeitsplatzsicherheit. Der Vorstoß markiert Jindals jüngsten Expansionsschritt auf dem europäischen Markt.
Jindal Steel ist in Europa bereits präsent: Das Unternehmen übernahm zuvor einen tschechischen Stahlhersteller und bot für ein weiteres Werk in Italien. Im vergangenen Jahr erzielte der Konzern einen Umsatz von 12 Milliarden Euro bei einer operativen Marge von 22 Prozent. Sein Angebot umfasst die Zusage, das DRI-Werk in Duisburg fertigzustellen und mehr als 2 Milliarden Euro in weitere Investitionen zu stecken.
Die Stahlsparte von Thyssenkrupp verzeichnete im Geschäftsjahr 2023/24 einen Umsatz von 10,7 Milliarden Euro bei einem bereinigten operativen Ergebnis von 261 Millionen Euro. Ursprünglich sollte die Sparte ein Joint Venture mit dem tschechischen Investor Daniel Křetínský eingehen. Jetzt strebt Jindal an, Thyssenkrupp Steel zum größten integrierten und klimafreundlichen Stahlproduzenten Europas zu machen.
Erste Unterstützung erhält der Vorschlag von der IG Metall, der deutschen Gewerkschaft für Metallarbeiter. Diese bewertete das Angebot als grundlegend positiv für die Belegschaft. Jindal, ein Schwergewicht in Indien, ist zudem in Afrika und Australien aktiv.
Der Thyssenkrupp-Vorstand wird nun die wirtschaftlichen und ökologischen Folgen des Angebots analysieren. Bei einer Zustimmung könnte der Deal die europäische Stahlbranche neu ordnen. Entscheidend für die Entscheidung werden Jindals Investitionspläne und Arbeitsplatzgarantien sein.
