28 June 2026, 14:09

Humboldt Forum: Zwischen prunkvoller Architektur und ungelöster Kolonialdebatte

Humboldt Forum feiert 5. Geburtstag

Humboldt Forum: Zwischen prunkvoller Architektur und ungelöster Kolonialdebatte

Das Humboldt Forum beherbergt heute unter seiner kreuzgekrönten Kuppel das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst. Doch selbst wer nur für ein Selfie im Innenhof haltmacht, wird in den offiziellen Besucherzahlen mitgezählt. Die Einrichtung bleibt ein zentraler Ort der Debatte über koloniale Geschichte und kulturelle Repräsentation.

Finanziert von vermögenden rechtspopulistischen Spendern, sollte das Humboldt Forum preußischen Glanz ins Herz Berlins zurückbringen. Sein Bau verschärfte die Diskussionen über geraubte Kulturgüter, Restitution und koloniale Gewalt. Kritiker werfen dem Gebäude vor, es wirke eher wie ein Palast als wie ein Raum für die Stadt – die koloniale Verstrickung sei bis heute unaufgearbeitet.

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Das kulturelle Programm widmet sich großen Themen wie dem Niedergang der Demokratie und globaler Ungerechtigkeit. Künstlerinnen wie Sarah Ama Duah hinterfragen koloniale Perspektiven, etwa in ihrer Performance „to build to bury to remember“, in der Objekte als eigenständige Wesen präsentiert werden. Doch das Publikum besteht vor allem aus Touristen, die eher vom Ort als vom anspruchsvollen Programm angelockt werden.

Trotz seines mutigen Programms fällt es dem Forum schwer, die Besucher zu erreichen. Die kulturellen Veranstaltungen wirken oft erdrückt von den gewaltigen Rolltreppen und kahlen Betonflächen des Gebäudes. Die Institution scheint noch auf der Suche nach ihrem Platz im zeitgenössischen Diskurs.

Das Humboldt Forum zieht weiterhin Aufmerksamkeit auf sich – wegen seiner Architektur und seiner umstrittenen Vergangenheit. Die Bemühungen, sich mit modernen Fragen auseinanderzusetzen, gehen mitunter in der Pracht des Baus unter. Die Besucherzahlen bleiben hoch, doch die Tiefe der Auseinandersetzung variiert stark.

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