Heidelbergs Weihnachtsmarkt setzt auf Digitalisierung – doch die Gäste sind genervt
Mirjana SchachtHeidelbergs Weihnachtsmarkt setzt auf Digitalisierung – doch die Gäste sind genervt
Weihnachtsmarkt führt neues Bestellsystem ein – "Heidelberg ist verrückt geworden"
Teaser: Ein Weihnachtsmarkt in Heidelberg sorgt für Aufsehen. Neue Bestellmethoden und hohe Preise verärgern die Besucher.
12. Dezember 2025, 13:40 Uhr
Ein neues Online-Bestellsystem am Heidelberger Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz lässt die Besucher verzweifeln. Statt sich an den Ständen anzustellen, müssen sie nun Glühwein per App vorbestellen, an einer gesonderten Abholstation abholen und die Pfandbecher an einer anderen Stelle zurückgeben. Die im Dezember 2025 eingeführten Änderungen sollen zwar Wartezeiten verkürzen, stören aber das traditionelle Markterlebnis.
Betrieben wird das System von der Heidelberger Weihnachtsmarkt GmbH in Zusammenarbeit mit dem Technologieanbieter getyourguide über dessen Skip-the-line-Plattform. Die Veranstalter erhofften sich damit weniger Gedränge und schnellere Abläufe. Doch die Besucher kritisieren die zusätzlichen Schritte: Online bestellen, Getränke an einem Stand abholen, Becher an einem anderen zurückgeben. Einige monieren zudem unfreundliches Personal und den Verlust der gewohnt besinnlichen Atmosphäre.
Das digitale System auf dem Marktplatz sollte den Service optimieren – doch nun müssen die Gäste mehr Laufwege in Kauf nehmen und sich durch zusätzliche Stationen kämpfen. Angesichts steigender Glühweinpreise in ganz Deutschland liegt der Markt mit fünf Euro pro Becher im oberen Preissegment. Auf die Kritik an der Servicequalität und dem Schwinden des traditionellen Charme haben die Veranstalter bisher nicht reagiert.
