Großsprengung in Ibbenbüren: 600 Menschen müssen am 22. Februar 2026 ihre Häuser räumen
Heinz-Josef ZirmeGroßsprengung in Ibbenbüren: 600 Menschen müssen am 22. Februar 2026 ihre Häuser räumen
Sprengung des Kraftwerks Ibbenbüren: 600 Menschen müssen am 22. Februar 2026 ihre Häuser verlassen
Am Sonntag, dem 22. Februar 2026, werden der 100 Meter hohe Schornstein sowie zwei zentrale Anlagen des Kraftwerks Ibbenbüren durch eine kontrollierte Sprengung abgerissen. Für die Aktion wird eine temporäre Sperrzone eingerichtet, Straßen gesperrt und fast 600 Anwohnerinnen und Anwohner evakuiert. Die Behörden haben strenge Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.
Die Sprengung ist für 11:00 Uhr geplant und betrifft neben dem Schornstein auch die Rauchgasentschwefelungsanlage und die Entstickungsanlage des Kraftwerks. Rund 120 Einsatzkräfte werden vor Ort sein, um Sicherheit und Logistik zu koordinieren. Bei planmäßigem Verlauf könnte das gesperrte Gebiet bereits mittags – nach abschließenden Kontrollen – wieder freigegeben werden.
Evakuierung und Verkehrsregeln: Was Betroffene wissen müssen Alle Bewohnerinnen und Bewohner der Sperrzone – etwa 190 Einheimische sowie 400 Personen aus der Zentralen Unterkunft – müssen ihre Häuser bis 8:00 Uhr verlassen. Parken wird in den umliegenden Straßen verboten, um Rettungsfahrzeugen freie Zufahrt zu ermöglichen. Die Ibbenbürener Polizeidienststelle, die sich innerhalb der Sperrzone befindet, verlegt ihren Standort für den Tag ins Rathaus.
Um Störungen zu vermeiden, gilt zudem ein Flugverbot für Drohnen im Umkreis von 100 Metern um das Gelände. Die Zufahrtsstraßen werden abgesperrt, Ausweichrouten sind ausgeschildert. Für Rückfragen schaltet die Stadt Ibbenbüren ab 7:00 Uhr eine Hotline unter der Nummer +49 5451 931-3200 (Rechts-, Ordnungs- und Bürgerdienst).
Teil eines größeren Trends: Deutschland baut Kraftwerksinfrastruktur ab Die Sprengung in Ibbenbüren reiht sich in eine Serie von Rückbauprojekten in Deutschland ein: Seit 2021 wurden rund 15 Industrieanlagen oder Kraftwerkskomponenten abgerissen – bedingt durch Umweltauflagen, die Energiewende hin zu Erneuerbaren und wirtschaftliche Gründe. Bekannte Beispiele sind das Hamburger Kohlekraftwerk Moorburg (2023), der Kühlturm des Kraftwerks Heyden in Grevenbroich (2024) sowie Teile des Kraftwerks Niederaußem (2025).
Mit der Aktion setzt Deutschland einen weiteren Schritt beim Abschied von der traditionellen Energieinfrastruktur. Nach Abschluss der Sicherheitschecks und Evakuierungen soll das Gelände kurz nach der Sprengung wieder zugänglich sein. Anwohner und Unternehmen in Ibbenbüren werden aufgefordert, offizielle Kanäle für aktuelle Informationen zu möglichen kurzfristigen Änderungen zu nutzen.
