Grimme Online Award: Preisträger boykottieren Verleihung aus Protest
Gerlinde HeinrichGrimme Online Award: Preisträger boykottieren Verleihung aus Protest
Preisträger lehnen Auszeichnung ab
Zwei Preisträger des Preises für Netzkultur verzichten auf ihre Auszeichnung. Hintergrund ist der Streit um die Ehrung einer Nahost-Aktivistin.
- Oktober 2025, 08:44 Uhr
Eine Protestaktion überschattete die diesjährige Verleihung des Grimme Online Awards, nachdem zwei Regisseure ihre Auszeichnung ablehnten. Moritz Riesewieck und Hans Christina Block verließen demonstrativ die Bühne aus Solidarität mit der Aktivistin Judith Williams, deren Preis zuvor entzogen worden war. Im Mittelpunkt des Streits stehen Vorwürfe externen Drucks und Antisemitismus-Vorwürfe.
Auslöser der Kontroverse war die Rücknahme eines Preises für die junge Nahost-Aktivistin Judith Williams durch das Grimme-Institut. Kritiker hatten Bedenken wegen angeblicher antisemitischer Äußerungen geäußert, woraufhin die Entscheidung fiel. Die Regisseure Moritz Riesewieck und Hans Christina Block verurteilten diesen Schritt als Angriff auf die Unabhängigkeit der Jury und warfen dem Institut vor, sich äußerem Einfluss gebeugt zu haben.
Der Protest von Moritz Riesewieck und Hans Christina Block lenkte die Aufmerksamkeit auf die Spannungen zwischen Jury-Autonomie und politischer Einflussnahme. Unterdessen bleiben die ausgezeichneten Projekte weiterhin auf Bildung, Gesundheit und soziale Gerechtigkeit fokussiert. Das Grimme-Institut steht nun unter Druck, seine Prozesse offenzulegen und das Vertrauen in seine Entscheidungsfindung wiederherzustellen.
