Gremmendorfs umstrittene Straßennamen stehen vor der Umbenennung
Heinz-Josef ZirmeGremmendorfs umstrittene Straßennamen stehen vor der Umbenennung
Bezirksrat Südost entscheidet über Straßenumbenennung in Gremmendorf
Bezirksrat Südost entscheidet über Straßenumbenennung in Gremmendorf
- Dezember 2025
Zwei Straßen im Münsteraner Stadtteil Gremmendorf könnten bald ihre umstrittenen Namen verlieren. Über die Umbenennung von Lüderitzweg und Woermannweg soll abgestimmt werden, nachdem Kritik an ihren kolonialistischen und nationalsozialistischen Bezügen laut wurde. Der Stadtrat will stattdessen neue Namen zu Ehren von Antikolonialisten und Widerstandskämpfern einführen.
Die Debatte begann, als Anwohner:innen und Aktivist:innen auf die problematische Geschichte der Namensgeber hinwiesen. Adolf Lüderitz und Adolph Woermann standen für rassistische und kolonialistische Ideologien; beide Straßen wurden während der NS-Zeit benannt. Die Münsteraner Verwaltung bestätigte später, dass die ursprüngliche Namensgebung mit nationalsozialistischer Propaganda einherging und gegen die Menschenrechtsprinzipien der UN-Erklärung verstieß.
Im März 2025 veranstaltete die Stadt eine Informationsveranstaltung und eröffnete ein Online-Feedback-Portal für Bürger:innen. Die Meinungen blieben gespalten – etwa gleich viele sprachen sich für und gegen eine Umbenennung aus. Trotz der geteilten Haltung empfahl die Verwaltung die Neueinführung der Straßennamen und berief sich dabei auf historische Aufarbeitung und Richtlinien für öffentliche Ehrungen.
Der Bezirksrat Südost schlägt nun vor, die Straßen nach Persönlichkeiten zu benennen, die sich gegen den Kolonialismus engagierten. Konkret soll der Woermannweg – ursprünglich mit Carl Peters verbunden – sowie der Lüderitzweg, der an Curt von François erinnert, durch neue Namen ersetzt werden. Die endgültige Abstimmung ist für den 9. Dezember 2025 angesetzt.
Falls der Beschluss durchgeht, tragen die Straßen künftig keine Namen mehr, die mit Deutschlands kolonialer Vergangenheit assoziiert werden. Stattdessen würden sie an Menschen erinnern, die sich gegen Unterdrückung einsetzten. Die Entscheidung liegt nun beim Rat – die Abstimmung soll die monatelange Diskussion abschließen.
