Gil Ofarim als Dschungelkönig – doch der Schatten des Verleumdungsfalls bleibt
Heinz-Josef ZirmeOfarim ärger sich über eigene Äußerungen zum Prozess - Gil Ofarim als Dschungelkönig – doch der Schatten des Verleumdungsfalls bleibt
Gil Ofarim hat die jüngste Staffel von Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! gewonnen und trägt nun den Titel "Dschungelkönig". Doch sein Sieg fällt in eine Zeit andauernder Kontroversen um einen Verleumdungsfall aus dem Jahr 2021, in dem er fälschlicherweise einem Hotelmitarbeiter in Leipzig Antisemitismus vorwarf. Während der Show lösten seine Äußerungen zum Prozess Kritik bei Mitkandidaten und dem zu Unrecht beschuldigten Angestellten aus.
Der Rechtsstreit begann 2021, als Ofarim behauptete, ein Hotelmitarbeiter habe ihn aufgefordert, seine Davidstern-Halskette abzulegen – mit vermeintlich antisemitischer Absicht. Das Leipziger Gericht entschied nicht sofort, da die Hauptverhandlung erst später stattfand. Ende 2023 gab Ofarim vor Gericht zu, die Geschichte erfunden zu haben. Das Verfahren wurde zwar eingestellt, allerdings erst, nachdem er sich bereit erklärte, jeweils 5.000 Euro an die Jüdische Gemeinde Leipzig und die Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz zu zahlen sowie dem Hotelangestellten eine Entschädigung für immateriellen Schaden zu leisten.
In der Reality-Show wich Ofarim zunächst Fragen zum Fall aus. Später äußerte er jedoch Vermutungen, die Sicherheitsaufnahmen des Hotels könnten manipuliert worden sein – Aussagen, die seine Mitbewohner als ausweichend empfanden. Zudem behauptete er, seine Schilderungen seien keine "Insider-Informationen", sondern längst öffentlich bekannte Fakten. Nach massiver Kritik bedauerte er schließlich, den Fall überhaupt angesprochen zu haben.
Der zu Unrecht beschuldigte Hotelmitarbeiter hat sich inzwischen geäußert. Er zeigte sich fassungslos darüber, dass Ofarim sich trotz seines Geständnisses und der finanziellen Regelungen weiterhin als Opfer darstelle.
Der Fall wurde Ende 2023 mit Ofarims Eingeständnis und den vereinbarten Zahlungen offiziell abgeschlossen. Sein jüngster Reality-TV-Sieg hält die Debatte jedoch in der Öffentlichkeit präsent – insbesondere nach seinen umstrittenen Aussagen in der Show. Der entlastete Hotelmitarbeiter erhielt eine Entschädigung, während die beteiligten jüdischen Organisationen im Rahmen der Einigung Gelder zugewiesen bekamen.
