Gerresheimer in der Krise: Leerverkäufer attackieren Bilanztricks und BaFin ermittelt
Gotthold UllmannGerresheimer in der Krise: Leerverkäufer attackieren Bilanztricks und BaFin ermittelt
Gerresheimer-Aktie: Angriff durch Leerverkäufer
Zusammenfassung Eine Analysefirma wirft dem Pharmaverpacker aggressive Bilanzierung vor und hält eine Short-Position. Die UBS kritisiert die Informationspolitik des Unternehmens, während sich die Aktie nach einem Kursrutsch leicht erholt.
Artikeltext Der Pharmaverpackungshersteller Gerresheimer sieht sich schweren Vorwürfen wegen aggressiver Bilanzierungspraktiken ausgesetzt. Die Researchfirma Morpheus Research wirft dem Unternehmen vor, seine finanzielle Performance verzerrt darzustellen, während die UBS die mangelnde Transparenz des Konzerns rügt. Der kommissarische Vorstandsvorsitzende Uwe Röhrhoff hat nun Stellung bezogen, um das Unternehmen gegen diese Anschuldigungen zu verteidigen.
Auslöser der Kontroverse war ein Bericht von Morpheus Research, in dem Gerresheimer beschuldigt wird, das organische Wachstum durch bilanzielle Tricks künstlich aufgebläht zu haben. Die Analysten wiesen zudem auf Bedenken hin, darunter eine schwache Cashflow-Qualität, hohe Nettoverschuldung und laufende Ermittlungen der deutschen Finanzaufsicht BaFin wegen möglicher Unregelmäßigkeiten.
Gerresheimer steht nun unter Druck, die von Analysten und Aufsehern geäußerten Bilanzierungsbedenken auszuräumen. Das Ergebnis der BaFin-Untersuchung könnte entscheiden, ob das Unternehmen seine Finanzberichte nachbessern oder seine Berichtspraktiken anpassen muss. Anleger beobachten genau, wie es Röhrhoff gelingt, das Vertrauen in die Unternehmensführung wiederherzustellen.
