Gefälschter Führerschein und maroder Lkw: Routinekontrolle in Bielefeld bringt kriminelle Macenschaften ans Licht
Gotthold UllmannGefälschter Führerschein und maroder Lkw: Routinekontrolle in Bielefeld bringt kriminelle Macenschaften ans Licht
Routine-Kontrolle in Bielefeld deckt schwere Verstöße auf
Bei einer gewöhnlichen Verkehrskontrolle in Bielefeld wurden am Dienstag, dem 10. Februar 2026, mehrere schwere Verstöße aufgedeckt. Die Polizei hielt auf der Detmolder Straße einen Schrotthändler an und stieß dabei auf einen gefälschten Führerschein, einen verkehrsunsicheren Lkw sowie jahrelange illegale Geschäftspraktiken. Der Vorfall ereignete sich im Rahmen einer europaweiten Großkontrolle gegen Verstöße im gewerblichen Transportwesen.
Der 51-jährige Fahrer aus Detmold präsentierte den Beamten bei der Kontrolle einen gefälschten kroatischen Führerschein. Wie sich herausstellte, war er seit über einem Jahrzehnt ohne gültige Fahrerlaubnis unterwegs. Sein Fahrzeug, ein VW LT 40-Kleintransporter, befand sich in einem desolaten Zustand: Die Achsen waren defekt, der Rahmen marode, und eine unsachgemäß gesicherte Industriewaage war für den Transport von Bielefeld nach Detmold falsch verladen worden.
Die Behörden zogen den Lkw umgehend aus dem Verkehr und leiteten ein Strafverfahren ein. Gegen den Halter, einen 53-jährigen Detmolder, wird nun ermittelt, weil er einen Fahrer ohne Führerschein am Steuer geduldet hatte. Weitere Überprüfungen ergaben, dass das Unternehmen jahrelang ohne die erforderliche Gewerbeerlaubnis für Schrottsammlungen operiert hatte – was den Verdacht auf Sozialbetrug und Steuerhinterziehung weckte.
Die Kontrolle war Teil der ROADPOL-Aktion "Lkw und Bus", bei der Beamte in Ostwestfalen und Bielefeld insgesamt 293 Fahrzeuge überprüften. In 133 Fällen wurden Verstöße festgestellt, sieben Lkw durften ihre Fahrt nicht fortsetzen. Die Polizei dokumentierte sechs Tempodelikte, 19 Verstöße gegen Sozialvorschriften und vier Manipulationen an digitalen Tachografen. Zudem wurden 60 kleinere Ordnungswidrigkeiten zur Anzeige gebracht.
Dem Fahrer und dem Halter drohen nun mehrere Anklagepunkte, darunter Urkundenfälschung, Fahren ohne Fahrerlaubnis und illegale Geschäftstätigkeit. Die sofortige Stilllegung des Lkw unterstreicht die Gefahren, die von verkehrsunsicheren Nutzfahrzeugen ausgehen. Der Fall ist Teil umfassenderer Kontrollmaßnahmen, die sich gegen unsicheren und nicht konformen Güterverkehr richten.
